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Fördern der Mengenerfassung mit Apps

Von | 2018-06-06T11:38:03+00:00 12. Juni 2018|Grundschule digital|0 Kommentare

In der Sonderpädagogik, insbesondere im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung wird zu Beginn der Schulzeit häufig im Pränumerischen Bereich gearbeitet, d.h. die Schülerinnen und Schüler arbeiten noch nicht mit Zahlen und Ziffern. „Untersuchungen hierüber belegen seit vielen Jahren, dass der Ausgangspunkt für den Aufbau des Zahlbegriffs spezifisch numerische Kompetenzen sind, insbesondere das Zählen und das Subitizing, und nicht Aktivitäten ohne Zahlen“ (Moser Opitz, Schnepel, Ratz, Iff, 2016, 129). Es gibt Meinungen, wonach die Förderung pränumerischer Kompetenzen nicht zu einem gefestigten Zahlbegriff führt (vgl. Siegemund, 2017, 68). Es wird davon ausgegangen, dass bei Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf sich die Fähigkeiten wie bei regelentwickelten Kindern herausbilden und eine Sonderdidaktik wird abgelehnt. Als besonders geeignet werden Materialien erachtet, die die „Kraft der Fünf“ bzw. die „Kraft der Zehn“ verwenden (vgl. Ratz, Moser Opitz, 2015, 15). Anhand dieses Materials können Kinder mathematische Beziehungen von Mengen und Teilmengen entdecken.

Ungeordnete Mengen bis vier lassen sich auf einen Blick erfassen, was auch als Simultanerfassung bezeichnet wird. Ein anderes Wort dafür ist das so genannte Subitizing.

Beim Quasi-Simultanerfassen geht es um das Erfassen von mehr als vier Elementen einer Menge unter zu Hilfenahme von strukturiertem Material, welches die „Kraft der Fünf“ bzw. die „Kraft der Zehn“ berücksichtigt. „Größere Anzahlen werden quasi-simultan erfasst, d.h. durch eine visuelle Strukturierung werden Gruppen gebildet … Dieses Erfassen von strukturierten Anzahlen ist eine wichtige Kompetenz, um später Rechenfähigkeiten zu entwickeln, die nicht auf Abzählen an den Fingern oder auf einem anderen Hilfsmittel beruhen“ (Moser Opitz, 2012, 259). Moser Opitz betont die Bedeutung die Verwendung von strukturiertem Material, welches die Zehner-Struktur berücksichtigt. „Für den Erwerb der Addition und Subtraktion und die Vorbereitung auf das Automatisieren des Einspluseins bzw. des Einsminuseins (Addition und Subtraktion im Zahlenraum bis 20) ist die Arbeit mit dem Zwanzigerfeld … von großer Bedeutung. Die Fünfer- und Zehnerstrukturierung des Feldes erlaubt es, Anzahlen bis 20 quasi-simultan zu erfassen“ (ebd.). Damit ist nun die theoretische Bedeutsamkeit des Subitizing und die Verwendung vom strukturiertem Material dargestellt. Als nächstes wird geklärt, in welchen Apps diese methodischen Hinweise berücksichtigt werden.


In der App Blitzrechnen 1 (von Klett) findet man Übungen zum Simultan- und Quasi-Simultanerfassen und die Kraft der Fünf bzw. Kraft der Zehn werden stets berücksichtigt. Ebenfalls bei der App Blitzrechnen 2 (von Klett) werden diese Prinzipien im Zahlenraum 100 beachtet.

Blitzrechnen 1
Blitzrechnen 2

Blitzrechrechnen 2 Wie viele

Des Weiteren sind die Apps von Christian Urff zu nennen, welche die Kraft der Fünf bzw. die Kraft der Zehn als Basis haben. Die App „Fingermengen“ zeichnet sich durch ihre besondere Interaktivität aus, da genauso viele Finger auf den Screen gelegt werden müssen, wie die Menge abgebildet ist. Hierbei kommen unterschiedliche Mengenbilder zum Einsatz, tw. unstrukturierte sowie strukturierte Mengendarstellungen.

Fingerzahlen – Fingermengen (Christian Urff)

Die App „Subitize Tree“ (Doodle Smith ink.) bietet unterschiedliche Schwierigkeitsgrade für das simultane Erfassen von Mengen, was sich durch unterschiedlich lange Präsentationszeiten von Mengen auszeichnet. Darüber hinaus kommen auch in dieser App verschiedene Mengendarstellungen, un- sowie strukturiert, zum Einsatz.

Subitize Tree (Doodle Smith ink.)

Die genannten Apps eignen sich für Blitzblickübungen und ergänzen traditionelle Arbeitsmittel, die man üblich im Mathematik-Unterricht einsetzt. Bedingt durch die verschiedenen Differenzierungsmöglichkeiten sind diese Apps auch für die Inklusion geeignet.

Igor Krstoski

Literatur:

  • Moser Opitz, E. (2012): Erstrechnen.
    In: Wember, U.; Wember, F. (Hrsg.): Didaktik des Unterrichts im Förderschwerpunkt Lernen: ein Handbuch für Studium und Praxis. Stuttgart: Kohlhammer, S. 253-265.
  • Moser Opitz, E., Schnepel, S., Ratz, C. & Iff, R. (2016): Diagnostik und Förderung mathematischer Kompetenzen.
    In: Kuhl, J.; Euler, N. (Hrsg.): Evidenzbasierte Diagnostik und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit intellektueller Beeinträchtigung. Göttingen: Hogrefe, S. 123-152.
  • Siegemund, S. (2017): Mathematikunterricht für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
    In: Behinderte Menschen, 6, S. 67-70.
  • Ratz, C.; Moser Opitz, E. (2015): Aktiv-entdeckendes Lernen im Mathematikunterricht.
    In: Lernen konkret, 3, S. 14-15.

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