Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Advertisements Around Us – Werbeanzeigen im Englischunterricht

Die Nutzung und das Interesse für Medien ist bereits bei Kindern im Grundschulalter weit verbreitet. Auch die KIM-Studie des Jahres 2022 verweist auf die Zunahme der privaten Nutzung von Medien bei Kindern, auch ohne Begleitung von Erwachsenen. So wird es umso wichtiger, einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu fördern und Inhalte rund um Medien in den Unterricht zu integrieren.

Person am Laptop

Ein zentraler Inhalt in der Medienwelt ist die Werbung, die nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder unbewusst beeinflusst. Werbeanzeigen durchdringen YouTube Videos und weitere soziale Medien wie Instagram und sogar verschiedene Spieleapps für Kinder.

Im Sinne des Medienkompetenzrahmens gilt es, die jungen Schülerinnen und Schüler für Werbung und ihre möglichen (Aus)Wirkungen zu sensibilisieren und einen sicheren Umgang zu unterstützen.

Werbung im Englischunterricht? – Ja!

International verbreitete Plattformen wie YouTube und Instagram nutzen englische Sprache zur Kommunikation. Slogans und Aufrufe zum Kauf und Anklicken von Links spielen dort eine große Rolle. Der Englischunterricht kann dies nutzen, indem den Kindern einerseits in Werbeanzeigen häufig verwendete Wörter und Phrasen vermittelt und andererseits der grundlegende Aufbau von Werbung besprochen wird.

Das kritische Reflektieren und Erkennen von Gestaltungsmitteln wird auch durch den Medienkompetenzrahmen aufgegriffen: Sprache und Medienkompetenz werden bei der Thematisierung von Werbung im Englischunterricht verbunden. Zusätzlich können die Schülerinnen und Schüler eigene Werbeanzeigen erstellen, wodurch sie erlernen, Medienprodukte adressatengerecht zu planen und Gestaltungsmittel sowie die englische Sprache anzuwenden.

Werbung, Youtube, Laptop

Eigene Werbeanzeigen erstellen mit dem BookCreator

In der folgenden Reihe zum Thema Advertisements Around Us werden der grundlegende Aufbau, Tricks und Gestaltungsmittel von Werbeanzeigen thematisiert und im Anschluss individuelle Werbeanzeigen von den Schülerinnen und Schülern in der App BookCreator erstellt und präsentiert.

Aufbau der Unterrichtsreihe – Ein Beispiel

1. What do you already know about advertisements?

2. Gabriel Gets a Great Deal – We find new words to our new topic.

Im Vorhinein bietet es sich an, das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler zu Werbeanzeigen und Medien mittels einer Standortbestimmung zu überprüfen. Einige Kinder kennen sicher schon Wörter aus dem Internet oder Anglizismen, die auch in der deutschen Sprache ihren Platz finden (z.B. Website, Laptop).

Auch eine leere Vorlage für eine Werbeanzeige (z.B. ein Bildschirm an einer Bushaltestelle) könnte von den Kindern ausgefüllt werden, um das Vorwissen im weiteren Verlauf aufzugreifen.

Das Bilderbuch Gabriel Gets a Great Deal von Lisa Bullard ist eine gute Möglichkeit, thematisch zu starten. Es greift bereits verschiedene Darstellungsformen von Werbeanzeigen wie beispielsweise Fernsehwerbung und Zeitungsanzeigen sowie typische Phrasen auf. Gemeinsam mit den Kindern kann der neue Wortschatz gesammelt und ergänzt werden.

Diese Wörter finden hierbei ihren Platz:

advertisement (ad), poster, website, TV, radio, newspaper, deal, product, smartphone, on sale, special offer, coupon, social media

3. Let’s talk about ads! – We look at different types of advertisements.

4. Tricky tricks! – We find out how ads work.

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern werden verschiedene kindgerechte Werbeanzeigen auf Englisch angeschaut und untersucht. Hierzu kann herausgearbeitet werden, welche Merkmale und Gestaltungsmittel eine Werbeanzeige hat. Dies kann zu Beginn auch erstmal auf ein Werbeposter beschränkt werden, um den Blick zu schulen.  Sprachlich stärkere Kinder können im Anschluss die erarbeiteten Merkmale in einem Werbevideo analysieren.

Diese Wörter können eingeführt und verwendet werden:

product, slogan, logo, call-to-action words, social media link, information, describing words (healthy, cool, awesome…), eyecatcher.

Werbeanzeigen greifen meist auf verschiedene Tricks zurück. Dazu gehört meist ein Slogan, das Spielen mit Emotionen, Einsatz von Musik, Aufrufe zur Handlung (Call-To-Action), überzeugende Informationen (z.B. zur Nachhaltigkeit von Produkten) sowie die Nutzung von bestimmten Wörtern und Adjektive.

Um diese Tricks den Schülerinnen und Schülern näher zu bringen, können neben den Grundmerkmalen von Werbeanzeigen auch die eben genannten Tricks im ge-meinsamen Anschauen von kindgerechten Werbevideos herausgearbeitet werden. Auch Influencer und Influencerinnen greifen auf solche Tricks in den sozialen Medien zurück.

Gemeinsam können verwendete Wörter und Tricks gesammelt und notiert werden.

5. Let’s advertise! – We create our own ads.

6. Let’s check our ads! – We check the ads from our partner.

Nun geht’s um die Anwendung!

Die Kinder haben nun die Möglichkeit, individuelle Werbeanzeigen zu einem Produkt ihrer Wahl zu erstellen und die Kriterien und Tricks anzuwenden.

In dieser Reihe wird die App BookCreator verwendet und ein Werbeposter im Hochformat erstellt. Ausführliche Hinweise zur Projektphase findet ihr hier.

Um zu überprüfen, ob die Kinder die grundlegenden Merkmale und Gestaltungsmittel einer Werbeanzeige integriert haben, bietet sich die Kontrolle mit einer Checkliste in einer Partnerarbeit an. So haben die Schülerinnen und Schüler im Anschluss die Möglichkeit, ihr Werbeposter zu überarbeiten.

Die Überprüfung kann in einfacher englischer Sprache stattfinden und es kann beispielsweise die Phrase „In your ad you use… / you don’t use…“ verwendet werden.

7. Be prepared! – We write down notes.

8. Let’s practice our ads! – We give feedback to our presentations.

Damit die Kinder eine Hilfestellung für die Präsentation ihrer Werbeanzeige haben, bietet es sich an, eine grobe Orientierung zur Reihenfolge der Inhalte zu geben. Beispielsweise wird das Produkt zuerst genannt, um daran anknüpfend Informationen über das Produkt und passende Adjektive zu nennen. Der Slogan wird hier zuletzt genannt. Die Kinder können sich dazu eigene Notizen schreiben.

Diese Phrasen werden häufig verwendet:

“Hello, are you looking for a new … ?”
“Hi, I want to show you my … .”
“My [product] is … / can … .”

Die Kinder üben ihre Präsentationen und geben sich vor der finalen Vorstellung der Werbeanzeige eine Rückmeldung (Peer-Feedback). Hier kann die Aussprache der Wörter, das Nutzen von ganzen Sätzen und die Lautstärke der Stimme fokussiert werden.

Leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler können bereits die Prosodie und das Spielen mit der Stimme einüben.

9. Welcome to our commercial channel!

Nun werden die Werbeanzeigen vor der Klasse vorgestellt. Die Kinder können sich im Anschluss auch die Frage „Would you like to buy my …?“ stellen, wodurch eine Anschlusskommunikation über das Produkt und die verwendeten Gestaltungsmittel auf Englisch angeregt wird.

Es bietet sich an, die Werbeanzeige auch im BookCreator mit der Memo-Funktion von den Kindern einsprechen zu lassen, um auch nach der Reihe darauf zugreifen zu können.

Kinder, Präsentation, Besprechung, Klassenraum

Förderung der Kompetenzen in allen Bereichen

Sprachenlernen

  • Erweiterung des Wortschatzes und der Redemittel
  • Zusammenhängendes Sprechen
  • Schreiben und Orthographie
  • Vernetzung verschiedener Themenfelder

Medienkompetenz

  • Analysieren und Reflektieren
  • Bedienen und Anwenden
  • Produzieren und Präsentieren

Tipps und Tricks für Lehrerinnen und Lehrer

Tipps für die Projektphase

In der Projektphase von 2–3 Unterrichtseinheiten arbeiten die Schülerinnen und Schüler selbständig und nach individuellem Tempo an ihren Werbeanzeigen. Um hier als Lehrkraft unterstützend zur Seite zu stehen, empfiehlt es sich, einen help desk mit Hilfsmaterialien anzubieten, um darüber hinaus auch präsent sein zu können. Auf diesem Weg können die Schülerinnen und Schüler sich eigenständig Hilfe holen, falls sie es benötigen.

Der help desk kann z.B. folgende Materialien umfassen:

  • Beispielwerbungen
  • Beispielslogans von bekannten Markenprodukten
  • Analoge oder digitale Wortspeicher mit Adjektiven, Call-to-Action Wörter
  • Eine Checkliste für die Kriterien eines Werbeposters
  • QR-Code / Link zu einer Website für öffentlich nutzbare Bilddateien (z.B. pixabay)
  • Tablets oder Wörterbücher zum Nachschlagen und Übersetzen von Wörtern

Tipps für die Verwendung der App BookCreator

Falls euch die App BookCreator selbst noch nicht bekannt ist, empfiehlt es sich, die Funktionen im Vorhinein auszuprobieren. Vor der Nutzung durch die Kinder können die grundlegenden Funktionen dann erklärt und getestet werden. Für die Erstellung von Werbeanzeigen könnt ihr Comic-Layout verwenden, denn hier gibt es weitere Funktionen wie Eyecatcher und Sprechblasen.

Passend zur Werbeanzeige bieten sich folgende Funktionen an:

  • Hintergrund verändern
  • Text einfügen und Schriftart und -farbe verändern
  • Sprechblasen einfügen und mit Text füllen
  • Bilddateien und Sprachmemos einfügen
  • Comicelement / Eyecatcher hinterlegen und mit Text füllen
  • Stift verwenden und zeichnen
  • Emojis hinzufügen

Falls die Werbeanzeige auch ausgedruckt wird, achtet darauf, dass sich alle Textfelder und eingefügte Dateien in dem Layout und nicht außerhalb des Rahmens befinden.

Anregungen und weitere Ideen

Um die Vielfalt der Werbeanzeigen aufzugreifen, können natürlich nicht nur Werbeposter, sondern auch Werbevideos in Kleingruppenarbeit oder eine Radiowerbung aufgenommen werden. Dies ist abhängig von der zu verfügbar stehenden Zeit und dem sprachlichen Niveau der Schülerinnen und Schüler.

Ansonsten: Viel Spaß beim Ausprobieren!

Weiter Informationen und Links

7 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.

Über die Autorin

Dina Fidrich

Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden.

Nach oben