Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Buchstabenkenntnis unterstützen mit Tablet-Stiften und Apps

Mit Tablet-Stiften schreiben lernen

Wie die Nutzung von Tablet-Stiften die Buchstabenkenntnis der Kinder unterstützen kann

In der 1. Klasse hat man eine große Auswahl an Methoden, um die Buchstabenkenntnis zu fördern. Für das Schreiben lernen von Buchstaben nutzt man vielfältige Angebote, wie beispielsweise das Schreiben von Buchstaben auf einer Fläche mit Rasierschaum oder das großflächige Schreiben einzelner Buchstaben auf der Tafel mit Kreide. Weitere haptische Erfahrungen kann man mit Buchstaben aus Sandpapier machen oder man schreibt Buchstaben in Sandkästchen. Je nach Entwicklungsstand der Motorik können verschiedene Stifte, teilweise entsprechende Wachsmalkreiden oder dreikantige Bleistifte mit unterschiedlicher Dicke eingesetzet werden. Man kann aber auch digital die Feinmotorik schulen, indem die Schülerinnen und Schüler Tablet-Stifte benutzen.

Piri schreibt

Zur Förderung der Grafomotorik und Stifthaltung kann man auch so genannte Tablet-Stifte einsetzen.

Es gibt mittlerweile eine große Auswahl an verschiedenen Tablet-Stiften mit unterschiedlichen Eigenschaften. Je nach den individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler können diese Stifte eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Methoden erachtet werden. Es gibt Tabletstifte, welche einen großen Durchmesser, unterschiedliches Gewicht haben oder verschieden lang sind.

Für manche Schülerinnen und Schüler stellt das Schreiben mit einem Stift eine große Herausforderung dar. Mitterlweile liegen ein paar Erfahrungsberichte von Lehrkräfte aus Schulen mit den Förderschwerpunkten geistige sowie körperlich-motorische Entwicklung zum Einsatz von den Tablet-Stiften vor – durchweg positiv werden diese verwendet, weil diese sich gut für das Schreiben Lernen von Buchstaben eignen. Auch von Kolleginnen aus der schulischen Inklusion werden diese Erfahrungen geteilt.

Tablet-Stifte gibt es in verschiedenen Größen und Formen. Welcher Stift der richtige ist, hängt von den individuellen Bedrüfnissen der Schülerinnen und Schüler ab. Eine entsprechene Übersicht diverser Modelle von Tablet-Stiften, können Sie der folgenden Website entnehmen.

Übersicht Tablet-Stifte

Apps machen das Schreiben lernen lebendig

Entsprechende Apps wirken in diesem Zusammenhang ebenfalls unterstützend, wenn diese bestimmte Eigenschaften aufweisen.

Ein Potenzial dieser Apps ist, dass die Bewegungsausführung der Buchstaben animiert ist – dies kann für Schülerinnen und Schüler motivierend wirken.

In der Praxis habe ich oft erlebt, dass manche Schülerinnen und Schüler Arbeitsblätter, auf denen die Bewegungsausführung der Buchstaben durch Pfeile und Punkte visualisiert war, Probleme bereiteten.

Hierbei konnten die Apps sinnvoll im Unterricht ergänzend eingesetzt werden. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass bestimmte Apps für den US-amerikanischen Markt entwickelt wurden, und die Bewegungsausführung der Buchstaben nicht der unsrigen entspricht. Förderlich ist auch, dass die Grapheme lautrein ausgesprochen werden.

Leider verwenden manche Apps nicht die Aussprache der Phoneme sondern der Buchstaben wie im ABC. Bei der Auswahl an Apps ist darauf zu achten, dass diese Merkmale nach Möglichkeit nicht vorhanden sind.

Igor Krstoski

23 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.
Danke!

Über den Autor

Igor Krstoski

Berufliche Tätigkeit: Ich bin seit 2008 Sonderschullehrer für die Fachrichtungen körperlich-motorische sowie geistige Entwicklung. Bedingt durch meine Erfahrungen mit SchülerInnen ohne expressive Lautsprache habe ich mich weitergebildet im Bereich der Unterstützten Kommunikation. Die Erkenntnis, dass Medien eine Funktionsbeeinträchtigungen kompensieren können, hat mich seit meinem Vorbereitungsdienst begleitet. Seit 2014 bin ich Redaktionsmitglied in der Zeitschrift für Unterstützte Kommunikation. Seit 2011 bin ich Multimediaberater. Es hat mich gereizt, den sinnvollen Einsatz digitaler Medien im Unterricht zu etablieren, ohne dabei den Fokus nur auf die Technik zu richten. Dank einer großzügigen Spende und einer sehr engagierten Kollegin hatten wir die Möglichkeit iPads fürs Lernen anzuschaffen. Seitdem konnte ich vielseitige Erfahrungen sammeln und mein Know-How ergänzen. Für das Land Baden-Württemberg durfte ich eine Fortbildungskonzeption zum Thema „Digitale Medien und Sonderschule“ erstellen. In der Lehrerfortbildung bin ich daher seit mehreren Jahren aktiv. Die Module der Fortbildungsreihe geben auch gut meine Themenschwerpunkte wieder: Einsatz digitaler Medien im Bereich der Unterstützten Kommunikation, Digitale Medien für Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen, Arbeitsmaterialien erstellen, das Tablet und seine Einsatzmöglichkeiten bei Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Seit 2015 bin ich abgeordnet an die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg in der Abteilung körperlich-motorische Entwicklung und bin dort in der Lehre tätig. In den letzten Jahren habe ich ein paar Beiträge und Artikel verfasst, die das Thema Medien und Sonderpädagogik beinhalteten. Des Weiteren halte ich Workshops, Vorträge sowie Lehraufträge an Universitäten zu den genannten Themen. Wenn Zeit bleibt, wird auch noch gebloggt. Unter dem UK-App-Blog findet man die Dokumentation meiner Erfahrungen mit Medien in der Sonderpädagogik – als Lernmedium oder als Hilfsmittel in der Unterstützten Kommunikation. Was mir Spaß macht: Lesen und Zeit mit meiner Familie verbringen.

Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden.

Nach oben