Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Das Lernbüro – Konzentration durch Reizarmut

Sichtschutz und Konzentrationshelfer

In meinem letzten Artikel zu Ruheinseln im Klassenzimmer habe ich versprochen, genauer auf die Lernbüros einzugehen und auch eine Anleitung zu bieten. Doch vorab möchte ich erst einmal auf die Vorteile und die Anwendung der Lernbüros eingehen.

  • Das Lernbüro sollte in einem ruhigen Bereich des Klassenzimmers auf einem separaten Tisch stehen und nicht als Barriere vom Nachbarn im Klassenzimmer aufgestellt werden und vor allem in Einzelarbeitsphasen genutzt werden.
  • Ein Lernbüro dient als Sichtschutz für den Rest der Klasse und soll den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, mit nur wenigen Umgebungsreizen konzentriert arbeiten zu können. Unter ergänzender Zuhilfenahme von Kopfhörern können diese nochmals reduziert werden.
  • Ich bin ein Verfechter der Schlichtheit in diesem Bereich und habe meine Lernbüros sehr spartanisch angefertigt, so dass sie nicht ablenken und in allen Fächern genutzt werden können.
  • Auf verschiedenen Blogs und bei Pinterest finden sich aber auch Lernbüros, welche die Kinder durch Farben besonders ansprechen oder bei denen auch zweckgebunden auf der Innenseite verschiedene Tabellen und Hilfsmittel hängen, sodass sie zum Beispiel ausschließlich für Mathematik genutzt werden können. So kann im Innenleben ein Taschenrechner befestigt sein, um selbstständig die Aufgaben kontrollieren zu können oder auch Einmaleinstabellen zur Unterstützung und weitere Hilfsmittel wie Lineal und Geodreieck.
  • Deshalb sollte man sich vorher überlegen, ob das Lernbüro für einen bestimmten Schüler oder eine bestimmte Schülerin gedacht ist, die genau dieser Unterstützung bedürfen oder ob es in verschiedenen Bereichen von allen Kindern genutzt werden soll.

Klare Regeln und positive Konnotation

Wichtig ist auch zu beachten, dass die Kinder das Lernbüro als positives Arbeitsumfeld wahrnehmen und es nie zur Bestrafung genutzt wird. Wurde es erst einmal eingeführt, hat sich gezeigt, dass stetig mehr SchülerInnen danach verlangen, da sie den Mehrwert erkennen und gerade mit den Kopfhörern am Kopf in ihrem eigenen learning office einen ganz neuen Ehrgeiz bekommen, selbstständig zu arbeiten und konzentriert voranzukommen.

konzentrierter Schüler
  • Bei der Einführung des Lernbüros müssen klare Regeln besprochen werden. So darf dort ausschließlich alleine und leise gearbeitet werden, damit überträgt man den Kindern nicht nur das Privileg, in diesem speziellen Bereich zu arbeiten, man gibt ihnen auch die Verantwortung, genau nach den Regeln zu arbeiten.
  • Kommt es zum Verstoß derer, wird geredet, herumgerannt oder -gealbert, so müssen sich die Kinder die Arbeitszeit im Lernbüro erst wieder verdienen, indem sie zeigen, dass sie konzentriert und ruhig arbeiten können. Es muss für alle Kinder klar sein, dass der Ort rein der konzentrierten Arbeit dient.
  • Dass dies natürlich noch nicht bei allen SchülerInnen von Anfang an funktionieren kann, ist selbstredend. Diese Art der Aufmerksamkeit muss erlernt werden und auch die Freude darüber, selbst im Lernbüro arbeiten zu dürfen, kann diese erst einmal abschwächen.

Nun zur Anleitung: Ich habe meine Lernbüros aus leichtem Pappelholz gefertigt, da sie langlebig und stabil, aber trotzdem nicht zu massig sind, um den Kindern Platz am Tisch zu rauben. Ich wünsche viel Spaß mit der Anleitung und Freude am Nachmachen.

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Über die Autorin

Julia Priller

Berufliche Tätigkeit: Ich arbeite seit drei Jahren an einer Grundschule in Regensburg und bin Klassenleitung einer vierten Klasse und auch Betreuungslehrkraft einer Referendarin. Schon seit dem Referendariat sind die Bereiche Zuhören im Deutsch- als auch im Englischunterricht zu meinem Steckenpferd geworden. Mit großer Begeisterung bereite ich für meine Klassen Hörspuren in Form von Kriminalfällen oder Eroberungen anderer Welten vor. Durch die große kulturelle Vielfalt an meiner Schule können die Schüler vor allem im Fremdsprachenunterricht immer wieder den Bogen zu ihrer Muttersprache schlagen und sind mit Eifer bei der Sache. Was mir privat Spaß macht: Von Natur aus habe ich eine Menge Energie und kann mich kaum ruhig halten. So besteht mein Tag außer dem Unterricht und der Vorbereitung dessen auch aus den Treffen mit meinen Freunden, regelmäßigen Yoga- und Klavierstunden und viel Zeit auf der Suche nach dem neuen, perfekten Reiseziel, da das Reisen eine sehr große Leidenschaft von mir ist.

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