Ilona Einwohlt arbeitet als Autorin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sich selbst bezeichnet sie als „Schreibende zwischen den Welten, Impulsgeberin und literarische Begleiterin.“ Ihr neues Buch „Einfach losschreiben“ wendet sich hauptsächlich an jugendliche Leserinnen und Leser. Doch genauso wie auf ihrem Blog „losschreiben.com“ finden hier Schreibbegeisterte jeden Alters einfache, kleine Impulse rund um das Schreiben.
Ein Interview mit der Autorin Ilona Einwohlt
- Liebe Ilona, Du arbeitest bereits seit Jahren als Autorin und leitest auch Schreibworkshops für Erwachsene, aber auch für Schülerinnen und Schüler. Wie bist Du selbst zum Schreiben gekommen?
Ilona: Ich habe schon immer geschrieben und meine Lehrer:innen früher mit ewig langen Aufsätzen genervt, aber erst spät gemerkt, dass Schreiben meine Berufung ist. Mit der Geburt meiner Tochter fing ich an, mich wieder wie damals im Studium intensiv mit Literatur für Mädchen und Frauen zu beschäftigen, nicht zuletzt aus feministischer Perspektive. Ich habe gemerkt, dass ich hier etwas zu sagen habe und meine Stimme zählt. So kam es zu den ersten Buchveröffentlichungen, u.a. „Mein Pickel und ich“.
- Was bedeutet das Schreiben für Dich?
Ilona: Wenn ich schreibe, bin ich ganz bei mir. Dann fließen die Gedanken in die Tastatur und ich bin einfach froh und glücklich. Ich kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen!
- Über Dein Buch „Einfach losschreiben“ bin ich auf Deinen Blog mit demselben Namen gestoßen. Hier finde ich zahlreiche Informationen zum Schreiben. An wen genau wendet sich der Blog – und was möchtest Du damit erreichen?
Ilona: Die Website ist für alle, die gerne schreiben. Jede und jeder sollte hier die Impulse und Informationen finden, die gerade gebraucht werden: Schreibübungen, Vorlagen oder einfach Inspiration. Schreiben soll Freude bereiten und leicht sein. Will man sich verbessern oder träumt gar von der Veröffentlichung eines eigenen Buches, muss der Schreibmuskel trainiert werden. Jeden Tag!
- In den USA etwa findet gezielte Schreibförderung bereits verstärkt im Grundschulalter statt. Welche Chancen siehst Du darin?
Ilona: Kreatives Schreiben ist eine großartige Möglichkeit der Selbstwirksamkeitserfahrung und macht einfach Spaß! Ich schreibe, also bin ich! Jenseits von Grammatik und Orthografie geht es in erster Linie ums Fabulieren, Lust an Sprachspielen und Lautmalereien. Über den spielerischen Zugang gewinnt man Selbstvertrauen in den eigenen Selbstausdruck. Das stärkt die Persönlichkeit. Denn die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt, wie Wittgenstein es formuliert hat. Vor allem aber: Sprache ist DAS Medium von uns Menschen, durch Erzählen lernen wir voneinander, können wir Erfahrungen teilen und uns weiterentwickeln. In Zeiten, in denen KI und Sprachbots hier zunehmend konkurrenzfähig werden, müssen wir Menschen unbedingt unsere Sprachkompetenz und Empathie behalten.

- Wie passen „einfach losschreiben“ und das Kreative Schreiben in der Grundschule für Dich zusammen?
Ilona: Einfach losschreiben und die Kinder erstmal machen lassen. Nicht in irgendwelche Schemata quetschen. Erzählen lassen, Fehler zu lassen, kreative Geschichten (vor-)lesen, Kinderlyrik und Nonsens. Und beim Schreiben nicht gleich an Romane denken, sondern kleine Geschichten, Kurztexte, Satzfragmente. Ich erlebe viele Kinder, mit LRS, die großartig erzählen und schreiben können. Halt nur nicht „richtig“. Hier müssen anderen Medien wie z.B. Diktierfunktion, Sprachmemo, Podcast o.ä. gefunden werden, um Kindern die Lust am Erzählen/Schreiben zu ermöglichen, schließlich geht es um Fantasie und Selbstausdruck.
- Und was können Lehrkräfte und Pädagogische Lehrkräfte machen, um sich selbst mit dem eigenen Kreativen Schreiben auseinanderzusetzen?
Ilona: Mal den Rotstift beiseitelegen und den Perfektionismus vergessen. Schreiben darf in erster Linie Spaß machen! Freischreiben, also zehn Minuten ohne Stift absetzen einfach drauflosschreiben ohne wenn und ach, ist eine bewährte Übung. Jeden Tag! Und jeder, der es macht, liebt es und fühlt sich hinterher frei!
- Welche drei Top-Tipps zum Kreativen Schreiben für Kinder und Erwachsene möchtest Du abschließend mit uns teilen?
Ilona: Freischreiben – jeden Tag!
Wörter erfinden – einmal angefangen, kann man nicht mehr aufhören.
Spaß haben – dann schreibt es sich wie von selbst!
Welchen Tipp von Ilona Einwohlt möchtet ihr gern umsetzen?
Herzliche Grüße
Eure Alexandra von Plüskow-Kaminski
Links zu Ilona Einwohlt
Internetseite der Autorin: https://ilonaeinwohlt.de
Einfach losschreiben – Dein Schreibcoach für richtig gute Texte: https://ilonaeinwohlt.de/losschreiben/
Losschreiben – Blog zum Schreiben von Ilona Einwohlt: https://losschreiben.com/blog/
Und auf Instagram findet ihr sie auch: @ilona_einwohlt







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