Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Im 4/4-Takt zum Anlaut: Kleinschrittig an Anlauten arbeiten

Die Anlautbildung als besondere Herausforderung

Das Schuljahr beginnt, die erste Aufregung hat sich gelegt und die Kinder finden sich im Unterricht ein. Die Unterschiedlichkeit im Lerntempo zeigt sich häufig sehr schnell und du erkennst, dass in der Anlautbildung einige deiner Lernenden sich die Anlaute nicht erschließen und somit ihre Basis für das Lesenlernen nicht aufbauen können.

Doch keine Sorge, es gibt Wege und Chancen. Ich zeige euch hier wie kleinschrittig ihr an den Anlauten arbeiten könnt und welche Möglichkeit es gibt, dass auch diese Schülerinnen und Schüler den Anlaut verstehen und dann selbständig arbeiten und üben können.

Hugo Kärtchen Anlaute

So klein und doch so wichtig

Hugo Lupe

Eigentlich geht es hier (nur) um die ersten 3 Anlaute im ersten Schuljahr und somit um die Einführung der Anlaute. Ich habe diesen einen Schritt in 4 kleine Einzelschritte aufgeteilt, denn alle Bilder und Anlaute wiederholen sich stetig und werden (vorerst) nicht erweitert. Wichtig ist auch, dass in jedem Schritt immer als erstes die Anlaute aus der Anlauttabelle genommen werden, denn diese haben sie ja bereits im gesamten Klassenverband kennengelernt und sind ihnen vertraut.

Weitere Hilfen sind auch farblich markierte Felder, an denen sich die Kinder zum besseren Aufgabenverständnis orientieren können. Wenn ihr genau in den 2. Schritt schaut, werdet ihr sehen, dass hier die kommenden Anlaute I, N und E eingebaut sind. Auch das ist ein sehr kleiner, aber wichtiger Schritt, denn so sind ihnen bereits die Bilder vertraut, wenn die nächsten Anlaute eingeführt und geübt werden. Das gibt ihnen Mut und Selbstvertrauen, auch die nächste Aufgabe zu meistern.


In vier Schritten zum Anlaut

1. Den Anlaut aufkleben (Download 1)

Starten wir mit dem Hantieren und bieten den Kindern die Möglichkeit mit den Anlauten zu variieren. Je nach Fähigkeiten können die Anlaute bereits ausgeschnitten angeboten werden oder ihr beginnt mit dem Ausschneiden. Die Schülerinnen und Schüler können nun die Anlaute auflegen und nach Kontrolle (durch Lernpaten, im Lernteam oder die Lehrkraft) aufgeklebt werden.

2. Das richtige Anlautbild anmalen (Download 2)

Im nächsten Schritt gehen wir über zum vertrauten Markieren oder Anmalen. Motorisch stark eingeschränkte Kinder können auch einkreisen. Angeboten werden hier zwei Bilder, doch nur EIN Anlaut. So kann hier der erste Lernschritt gefestigt werden und ein Verstehen der Aufgabe erkennbar werden. Nach gemeinsamer Kontrolle und ernsthaftem Verständnis kann es nun mit Schritt drei weitergehen.

3. Anlaut und Bild verbinden (Download 3)

Jetzt können die Schülerinnen und Schüler verschiedene Strategien anwenden. Ihnen vertraute Anlaute werden direkt verbunden und geben ihnen Sicherheit. Somit bleiben für die noch unsicheren Anlaute die Übung und Erweiterung des Wissens. Wenn das A zum Affen gehört und das L zur Lampe, dann muss das M zum Mond gehören. ?

4. Den richtigen Anlaut schreiben (Download 4)

In diesem Lernschritt könnt ihr nun überprüfen, ob sie die Anlaute auch schreiben können, die sie zuvor gelernt haben. Somit ist eine Differenzierung möglich, ob es ein Sprachverständnis- oder ein Wahrnehmungsproblem gibt oder ob es an der kognitiven Leistung liegt. Dies herauszufinden ist für das weitere Arbeiten von großer Bedeutung.

Anlaute mit Hugo erarbeiten

Wie geht es weiter?

Bevor ihr jetzt gleich zu den nächsten Anlauten übergeht, empfehle ich die Anlaute noch mit weiteren Bildern zu festigen. Erweitert eure Sammlung. Nicht selten beginnen die Kinder eigene Worte zu entdecken.

Noch ein Tipp: Solltet ihr ein Kind mit einer Autismus-Spektrum-Störung oder dem Förderbedarf geistige Entwicklung oder mit einer körperlichen Einschränkung haben, so bietet diesen Kindern Kisten mit Anlauten an, in denen sie die richtigen Bilder mit dem richtigen Anlaut legen können. Denn meist verbirgt sich in diesen Schülerinnen und Schülern mehr Wissen als sie zeigen können.

In meinem nächsten Beitrag erfahrt ihr dann, wie es vom Anlaut zum Endlaut geht.
Eure Anne


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Über die Autorin

Anne Hopf

Berufliche Tätigkeit: Ich unterrichte derzeit eine 2. Klasse in Essen. Meine 8 Jungen lernen mit mir in einer Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung und jeder entwickelt sich in einem anderen Tempo. Ich unterstütze seit 9 Jahren das Niko-Team und erarbeite die Inhalte für Kinder, die etwas mehr Förderung und den einen oder anderen Schritt mehr zum Lernerfolg benötigen. Mein Begleiter ist neben Niko stets das Förderhörnchen Hugo. Was mir privat Spaß macht: Ich lebe und arbeite im grünen Essener Süden und habe direkt vor mir eine wunderschöne Laufstrecke, die mich mehrmals wöchentlich zum Joggen einlädt. Ich singe in einem Chor, koche gern gemeinsam mit Freunden und reise viel.

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2 Kommentare

  1. Alisa 26. Juni 2025 um 21:56 Uhr - Antworten

    Liebe Anne, vielen Dank für deine tollen Beiträge. Gibt es noch weitere Vorlagen zu anderen Lauten, oder nutzt man dafür die blanko Vorlage?

    Liebe Grüße

    • Anne 7. Juli 2025 um 13:43 Uhr - Antworten

      Hallo Alisa,

      ich freue mich, dass dir mein Beitrag gefällt. In meinem Artikel habe ich anhand der ersten Anlaute eine Beispielvorlage aufgezeigt. Die Vorlagen dienen der Erweiterung und dem Einsatz aller weiteren Anlaute. Da kannst du dann die Wörter und Anlaute einsetzen, die du verwenden möchtest bzw. die sich deine SchülerInnen erschließen.
      Ich wünsche viel Freude und Erfolg und nun aber erst einmal schöne Ferien
      Anne Hopf

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