Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Mathematische Lesespurgeschichte „Trax und seine Freunde auf dem Abenteuerspielplatz“

Lesespurgeschichten sind den Schülerinnen und Schüler meistens aus dem Deutschunterricht bekannt. Hingegen gibt es mathematische Lesespurgeschichten sehr wenig. Hier kommt es nicht auf schnelles und ausdrucksstarkes Lesen an, sondern auf langsames und genaues Lesen und Rechnen.

Schnitzeljagd im Klassenzimmer

Meine mathematische Lesespurgeschichte ist eine Art Schnitzeljagd im Klassenzimmer, mit der auf besonders motivierende Weise das genaue Lesen geschult werden kann. Hierfür spielt das Niveau der Schülerinnen und Schüler eine Rolle. Sie sollen auf keinen Fall über- oder unterfordert werden. Daher habe ich eine Zweifachdifferenzierung vorgenommen. Die Schülerinnen und Schüler bekommen ein Arbeitsblatt mit nummerierten Textabschnitten, deren Nummern und Lösungsbuchstaben sie auf einem großen Plan wiederfinden. Ratsam ist es, diesen Plan digital am Whiteboard oder ähnlichen darzustellen, oder als Arbeitsblatt.

Trax zeigt die Differenzierung in Niveau1 und Niveau 2

Partner- oder Einzelarbeit und Voraussetzungen

Fingerpuppen der Klett-Figuren

Diese mathematische Lesespurgeschichte empfehle ich gern in Partnerarbeit durchzuführen. Sie ist einsatzfähig Ende Klasse 2 und Klasse 3. Zur Unterhaltung auch gern Klasse 4 als Vertretungsmaterial. Auch Schüler und Schülerinnen  der 4. Klasse haben Freude daran.
Zur Einstimmung auf diese Lesespurgeschichte sollten die Figuren Freunde wie Bücherwurm, Hugo Hörnchen, Zebra Franz, Piri, Mini und Max und Igel besprochen werden. Diese Figuren gibt es als Fingerpuppen.

Zu beachten ist, dass die Schüler und Schülerinnen mit dem Aufteilen vertraut sein müssen, wenn sie noch nicht sicher mit den Malfolgen umgehen können. Steckwürfel sind sehr hilfreich dafür.

Ich gebe den Hinweis, dass die Schülerinnen und Schüler für Abschnitt 4 Rauten auf den Tisch bekommen, so dass sie händisch schieben können, wie viele Rauten ein Würfel ergibt. Denkanstoß ist , dass beim Schrägbildzeichnen eines Würfels vom Y ausgegangen wird.

Durchführung

Die Schülerinnen und Schüler beginnen beim Textabschnitt 1 zu lesen. Genaues Lesen  und das Finden von Schlüsselbegriffen bzw das richtige Rechnen führen zum nächsten Textabschnitt und zur Nummer auf dem Bild. Daher immer der Satz:

„Lese bei der Ergebniszahl weiter.“

Wird nicht genau  gelesen, gezählt oder gerechnet, führt dieses womöglich in eine Sackgasse  und zurück zur vorherigen Nummer. Die Schülerinnen und Schüler merken es daran, dass die falsche Ergebniszahl auf dem Plan nicht vorkommt und damit auch kein Lösungsbuchstabe. Es muss ihnen ausreichend Zeit gegeben werden.

Um auf das Lösungswort zu kommen, muss gleich Ergebniszahl und Buchstabe in die Lösungstabelle am Ende des Arbeitsblattes eingetragen werden. Deshalb erachte ich es als wichtig, mit den Schülerinnen und Schülern den Ablauf einer mathematischen Lesespurgeschichte zu besprechen und als Tafelbild dazustellen.

  1. Beginne mit dem 1. Textabschnitt
  2. Textabschnitt genau lesen
  3. Schlüsselwörter markieren
  4. Bild auf dem Plan suchen
  5. Zahl und Buchstabe eintragen
  6. Bei der Ergebniszahl neuen Textabschnitt lesen

Ist den Schülerinnen und Schülern das Format mathematische Lesespurgeschichten nicht bekannt, können die ersten Abschnitte gemeinsam gelöst werden:

Textabschnitt 1  wird gelesen, die Freunde werden gezählt. Ergebniszahl 6 und Buchstabe L eintragen, dann Textabschnitt 6 lesen, Aufgabe lösen, Lösungszahl 9, Buchstabe E eintragen und bei Textabschnitt 9 weiterarbeiten, Achtung: Rechenregel beachten.

Feedback

Meine Schülerinnen und Schüler waren begeistert, auf eine andere Art und Weise mit der Mathematik umzugehen. Die Illustrationen wirken motivierend.

Natürlich ist jede Hilfe erlaubt. Die Freude war groß, als das richtige Lösungswort „Kletternetze“ gelesen wurde.

Piri spielt Fußball

Diese Lesespurgeschichte kann auch als Rallye in der Turnhalle oder auf dem Schulhof durchgeführt werden, denn Torwand, Rutsche und Hüpfkasten lassen sich leicht mit Straßenkreide aufmalen. Eltern sind bestimmt bereit, Pommes zuzubereiten und zu verteilen.

Auch meinen Kolleginnen machte es viel Spaß, diese mathematische Lesespurgeschichte mit ihren Schülerinnen und Schülern auszuprobieren.

45 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.

Über den Autor

Petra Manthey

Ich bin eine leidenschaftliche Diplom-Lehrerin mit 46 aktiven Dienstjahren und begeisterte Mathematikliebhaberin – vor allem in der Grundschule. Während meiner Karriere habe ich unzählige Arbeitsmaterialien entwickelt, war Schulbuchautorin, Fachberaterin für Mathematik und seit fast 20 Jahren als Referentin beim Klett-Verlag tätig. Es macht mir große Freude, Lehrerinnen und Lehrer mit meinen Ideen zu begeistern und ihnen mein erarbeitetes Material zur Verfügung zu stellen. Jetzt, im Ruhestand, lässt mich die Welt der Bildung natürlich nicht los. Besonders das Lesen im Mathematikunterricht ist mir ein großes Anliegen geworden, denn während meiner Hospitationen als Schulleiterin habe ich festgestellt, dass vielen Schülerinnen und Schülern das Lesen und das Anwenden der Fachsprache schwerfallen. Deshalb möchte ich hier auf meinem Blog spannende, spaßige und überraschende Wege vorstellen, um das Lesen auf eine Art zu fördern, die genauso ointeressant ist wie ein Überraschungsei – voller Spannung, Spaß und Spiel! Freuen Sie sich auf kreative Ideen, die Lernen zum Erlebnis machen! Nach meiner langjährigen Karriere ist die Freizeit für mich eine wahre Schatztruhe voller spannender Entdeckungen. Ich reise leidenschaftlich gern und halte meine Abenteuer mit der Kamera fest – vor allem Motive, die ich für die Gestaltung mathematischer Aufgaben nutzen kann. Für mich sind Reisen und Fotografie die perfekte Kombination, um kreative Inspirationen zu sammeln, um den Unterricht noch lebendiger zu machen.

Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden.

2 Kommentare

  1. Claudia 23. Februar 2026 um 19:48 Uhr - Antworten

    Die Lesespurgeschichte ist ganz toll, vielen Dank! Allerdings glaube ich, dass sich ein Fehler eingeschlichen hat: Bei der 9 müsste eigentlich ein E stehen, nicht ein T, oder? LG, Claudia

    • Anonym 25. Februar 2026 um 11:23 Uhr - Antworten

      Der versehentliche Fehler wurde korrigiert.
      LG

Nach oben