Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Kahoot und Mentimeter – Tools für die Interaktion und Kommunikation im Unterricht

Die folgenden Tools habe ich in der Erwachsenenbildung kennengelernt und setze diese dort ein. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man diese Tools im Schulunterricht einsetzen kann um zum Beispiel ein Feedback von den Kindern einzuholen. Die Rede ist von Kahoot sowie Mentimeter.
Die Bedienung ist einfach: Man loggt sich in Kahoot oder Mentimeter mit einer PIN auf dem Smartphone oder Tablet ein und hat eine bestimmte Anzahl an Antwort-Feldern auf dem Endgerät zur Verfügung, um mit dem Moderator zu interagieren. Bestimmte Anwendungen werden bei Kahoot und Mentimeter gleichermaßen abgedeckt, insgesamt gibt es aber große Unterschiede, nicht zuletzt durch den Preis für beide Tools.

Kahoot

Kahoot habe ich vor vielen Jahren in Finnland auf einer Tablet-Veranstaltung kennen gelernt. Ich fand es faszinierend, dass man sich mit seinem Smartphone in ein Kahoot einloggen konnte und vorbereitete Fragen beantworten konnte. Das Erstellen von Kahoots ist nicht sehr aufwändig. Man registriert sich auf der Homepage kahoot.it – um grundlegende Funktionen nutzen zu können reicht Kahoot! Free. Darüber hinaus gibt es Abo-Modelle, die 1 $, bzw. 3 $ monatlich kosten. Was die Funktionalität der Abo-Varianten betrifft, informiert man sich unter Kahoot.it!

Wenn man registriert ist, stehen folgende Optionen zur Verfügung:

  • Quiz,
  • Diskussionen sowie
  • Umfragen.

Je nach Ziel erstellt man im Handumdrehen für eine dieser Anwendungen teilnehmerorientiert Inhalte in seinem Kahoot. Das Antwortverhalten kann man als Moderator des Kahoots beeinflussen. Man kann bspw. die Antwortzeit für die TeilnehmerInnen definieren. Hierbei stehen im Editor von Kahoot 5 Sec. bis 120 Sec. pro einzelnem Item zur Auswahl. D.h. man kann den TeilnehmerInnen pro Frage unterschiedlich Zeit geben, um auf eine Frage zu antworten.

Umfrage erstellen

Erstellt man eine Umfrage, kann man bis zu 4 Antwortmöglichkeiten für eine jeweilige Frage erstellen. Bei Diskussionen stehen einem ebenfalls für eine formulierte Frage bis zu 4 mögliche Antwortmöglichkeiten zum Editieren zur Verfügung. Last but not least lassen sich auch Quizze erstellen. Im Unterschied zu den zuvor genannten Varianten kann man pro richtiger Antwort sich als Respondent Punkte verdienen, was den Wettbewerbscharakter eines Quizzes unterstützt.

TeilnehmerInnen einladen

Möchte man nun einen Kahoot mit seinen TeilnehmerInnen durchführen, startet man den Kahoot. Man kann wählen, ob man einzeln oder zusammen in einer Gruppe gegen andere Gruppen am Kahoot teilnimmt. Die TeilnehmerInnen melden sich über die Homepage kahoot.it an und werden aufgefordert einen PIN einzugeben. Für jeden durchgeführten Kahoot werden eigene PINs generiert. Nachdem die TeilnehmerInnen die PIN eingegeben haben, startet der Moderator den Kahoot.

Start

Den TeilnehmerInnen wird die Frage mittels Beamer angezeigt und im Anschluss daran stehen die Antwortmöglichkeiten, zwischen zwei und vier, zur Verfügung. Die Antwortmöglichkeiten werden auf dem Screen des Smartphones flächig dargestellt. Die Interaktion ist simpel, man berührt das Feld mit der entsprechenden Antwort. Das interaktive Element ist, dass die Antworten in Echtzeit auf dem Beamer angezeigt werden. Das bedeutet, dass das Publikum einen Eindruck bekommt, wie die Gruppe auf entsprechende Fragen antwortet.

Auf diese Art und Weise lassen sich Kahoots als Feedback-Tool für eine Veranstaltung nutzen. Man kann einen Kahoot zur Ergebnissicherung erstellen oder zu Beginn einer Einheit, um das Vorwissen zu aktivieren oder um einen ersten Eindruck über das Vorwissen der Gruppe zu bekommen. Mittlerweile kommen Kahoots in Lehrerfortbildungen und in der Hochschule regelmäßig zum Einsatz.

Mentimeter

Die zweite Variante, mit der man mit einem Publikum in Interaktion und Kommunikation treten kann ist Mentimeter. Man registriert sich auf Mentimeter.com und kann so genannte Präsentationen erstellen. Bezüglich der Kosten gibt es Unterschiede zu Kahoot. In der kostenlosen Variante kann man zwei Präsentationen erstellen. Des Weiteren gibt es auch hier Abo-Modelle. Man bezahlt entweder 8 $ bzw. 20 $/monatlich. Auch hier kann man sich über die Homepage Mentimeter.com über etwaige Umfangsunterschiede informieren.

Die Funktionen bei Mentimeter

Slides
Die Funktionen bei Mentimeter sind im Vergleich zu Kahoot umfassender. Es stehen unterschiedliche Funktionen zur Verfügung. Innerhalb einer Präsentation kann man zwei so genannte Slides erstellen. Eine Slide kann hierbei eine Umfrage sein, im Sinne einer Multiple Choice Frage. Man kann hierbei die Antwortmöglichkeiten einstellen, wobei mehr als 4 Antworten eingefügt werden können.

Wortwolke
Spannend ist die Funktion Wortwolke. Hierbei stellt man ein, wie viele Wörter die TeilnehmerInnen eingeben können. Wird ein Wort von mehreren TeilnehmerInnen als Antwort genannt, erscheint es in der Wortwolke im Vergleich zu anderen Wörtern größer.

Q&A
Mit der Option Q&A kann man die TeilnehmerInnen auffordern Fragen einzugeben, auf die man eingehen kann und beantwortete Fragen lassen sich markieren. Es gibt noch weitere Optionen in Mentimeter, wobei manche nur in den Abo-Modellen zur Verfügung stehen. Man kann zu Hause eine Umfrage etc. in Mentimeter vorbereiten.

TeilnehmerInnen einladen

Ähnlich wie beim Kahoot benötigen die TeilnehmerInnen ein Smartphone oder Tablet und loggen sich um Menti.com mit der entsprechenden PIN ein.

Tool mentimeter

Scales
Die Funktion Scales wiederum bietet die Möglichkeit, dass die TeilnehmerInnen eine Frage bewerten – die Antwortmöglichkeiten werden im Editor erstellt und die Skala der Bewertung auch. Treten Häufungen auf, erscheint dies als Visualisierung auf der Skala.

Diese Formen der Interaktion und Kommunikation mit dem Publikum können sehr wertvoll sein, da man recht zeitnah ein Feedback bekommt, welches anonym erfolgt. Das Publikum wird aktiv ins Geschehen einbezogen und durch die Visualisierungen bekommt das Publikum auch Feedback aller TeilnehmerInnen.

Als Moderator sowie als Teilnehmer finde ich diese Tools eine gute Möglichkeit der aktiven Mitarbeit sowie beim Feedback geben und erhalten – insbesondere die Visualisierungen sind hier sehr hilfreich.


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Über den Autor

Igor Krstoski

Berufliche Tätigkeit: Ich bin seit 2008 Sonderschullehrer für die Fachrichtungen körperlich-motorische sowie geistige Entwicklung. Bedingt durch meine Erfahrungen mit SchülerInnen ohne expressive Lautsprache habe ich mich weitergebildet im Bereich der Unterstützten Kommunikation. Die Erkenntnis, dass Medien eine Funktionsbeeinträchtigungen kompensieren können, hat mich seit meinem Vorbereitungsdienst begleitet. Seit 2014 bin ich Redaktionsmitglied in der Zeitschrift für Unterstützte Kommunikation. Seit 2011 bin ich Multimediaberater. Es hat mich gereizt, den sinnvollen Einsatz digitaler Medien im Unterricht zu etablieren, ohne dabei den Fokus nur auf die Technik zu richten. Dank einer großzügigen Spende und einer sehr engagierten Kollegin hatten wir die Möglichkeit iPads fürs Lernen anzuschaffen. Seitdem konnte ich vielseitige Erfahrungen sammeln und mein Know-How ergänzen. Für das Land Baden-Württemberg durfte ich eine Fortbildungskonzeption zum Thema „Digitale Medien und Sonderschule“ erstellen. In der Lehrerfortbildung bin ich daher seit mehreren Jahren aktiv. Die Module der Fortbildungsreihe geben auch gut meine Themenschwerpunkte wieder: Einsatz digitaler Medien im Bereich der Unterstützten Kommunikation, Digitale Medien für Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen, Arbeitsmaterialien erstellen, das Tablet und seine Einsatzmöglichkeiten bei Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Seit 2015 bin ich abgeordnet an die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg in der Abteilung körperlich-motorische Entwicklung und bin dort in der Lehre tätig. In den letzten Jahren habe ich ein paar Beiträge und Artikel verfasst, die das Thema Medien und Sonderpädagogik beinhalteten. Des Weiteren halte ich Workshops, Vorträge sowie Lehraufträge an Universitäten zu den genannten Themen. Wenn Zeit bleibt, wird auch noch gebloggt. Unter dem UK-App-Blog findet man die Dokumentation meiner Erfahrungen mit Medien in der Sonderpädagogik – als Lernmedium oder als Hilfsmittel in der Unterstützten Kommunikation. Was mir Spaß macht: Lesen und Zeit mit meiner Familie verbringen.

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