Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Warum Zeitmanagement für Lehrkräfte oft nicht funktioniert

Warum klassische Zeitmanagement-Methoden für euch nicht funktionieren – und was wirklich hilft

Ihr habt schon viele Zeitmanagement-Methoden ausprobiert: To-do-Listen, Priorisierungssysteme, clevere Planungs-Apps. Aber eure Aufgabenliste wird trotzdem nicht kürzer. Im Gegenteil: Sie wächst. Und ihr fragt euch, woran das liegt?

Viele dieser Methoden wurden für ruhige Büroberufe entwickelt. Für Jobs, in denen man Aufgaben nacheinander abarbeitet, ohne ständig gestört zu werden. Für Menschen, die ihre Arbeit planen und dann in Ruhe umsetzen können.

Aber ihr seid Lehrkräfte. Euer Alltag sieht ganz anders aus.

Illustration einer Frau, welche am Schreibtisch vor einem Compzter sitzt und sich erschöpt an den Kopf fasst

Warum euer Schulalltag andere Lösungen braucht

In der Schule herrschen andere Bedingungen. Ihr werdet ständig unterbrochen. Es gibt viele unvorhergesehene Aufgaben. Kaum etwas läuft wie geplant. Euer Arbeitsalltag ist geprägt von dem, was man heute als „VUCA-Welt“ bezeichnet. Das ist ein Begriff aus der modernen Arbeitswelt. Er beschreibt vier Merkmale, die den Alltag immer schwieriger planbar machen:

V = Volatilität (Unstetigkeit)

Dinge ändern sich ständig. Heute gilt etwas – morgen ist alles anders.

Beispiel: Ihr habt euren Unterricht gut vorbereitet, aber plötzlich fällt eine Kollegin aus und ihr sollt einspringen. Oder das Schulnetzwerk funktioniert nicht und ihr könnt eure digitale Stunde nicht wie geplant halten.

U = Unsicherheit

Ihr wisst nicht, was als Nächstes passiert. Planung wird zum Ratespiel.

Beispiel: Ihr bereitet ein Elterngespräch vor und plötzlich geht es in eine ganz andere Richtung. Oder neue Vorgaben aus dem Ministerium kommen kurzfristig – und ihr müsst euer Vorgehen komplett anpassen.

C = Komplexität

Viele Dinge greifen ineinander. Es gibt selten einfache Antworten.

Beispiel: Ein Kind zeigt auffälliges Verhalten. Liegt es an der Klassensituation? Am Elternhaus? Am eigenen Stress? Ihr müsst viele Faktoren gleichzeitig bedenken – und trotzdem handeln.

A = Ambiguität (Mehrdeutigkeit)

Vieles ist nicht eindeutig. Es gibt keine klare Lösung – und auch keine Garantie, dass euer Weg der richtige ist.

Beispiel: Ihr bekommt einen neuen Lehrplan. Was davon ist verpflichtend? Was könnt ihr weglassen? Die Anforderungen sind nicht klar. Und die Meinungen im Kollegium gehen auseinander.

Fazit: In eurer Schul-VUCA-Welt funktioniert klassisches Zeitmanagement nur begrenzt. Ihr braucht Strategien, die flexibel und anpassbar sind.

Was euch wirklich helfen kann

  1. Flexibel planen
    Plant mit Zeitfenstern statt mit festen Uhrzeiten. So bleibt ihr handlungsfähig, auch wenn etwas dazwischenkommt. Und ihr vermeidet das Gefühl, ständig hinterherzuhinken.
  2. Echte Prioritäten setzen
    Nicht alles ist gleich wichtig. Überlegt: Was hat heute wirklich Wirkung? Was kann warten? Und manchmal ist eine kurze Pause das Wichtigste überhaupt.
  3. Energie statt Zeit managen
    Nutzt eure Hochphasen für anspruchsvolle Aufgaben. Gönnt euch Pausen, wenn euer Akku leer ist. So arbeitet ihr konzentrierter – und erschöpft euch nicht so schnell.
  4. Struktur schaffen – mit Übersicht und Grenzen
    Nutzt ein zentrales System, das euch hilft, den Überblick zu behalten. Ob digital oder analog – Hauptsache, es passt zu euch. Und: Plant auch bewusst Feierabend ein. Ohne Pause keine Kraft.
  5. Gut zu euch selbst sein
    Ihr seid nicht dafür gemacht, ständig zu funktionieren. Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern Voraussetzung, um langfristig gesund und engagiert zu bleiben.
Illustration eines Mannes, welcher einen Laptop in der Hand hält und lächelt

Was ihr daraus mitnehmen könnt

Wenn klassische Zeitmanagement-Methoden für euch nicht funktionieren, liegt das nicht an euch. Es liegt daran, dass sie nicht zu eurem Beruf passen. Deshalb habe ich – aus meiner Erfahrung als Lehrerin und Coachin – flexible und alltagstaugliche Strategien entwickelt. Sie helfen euch, besser mit dem umzugehen, was wirklich da ist. Damit ihr gesund bleibt und wieder mehr Freude an eurem Beruf habt.

Interessiert an einem Gruppencoaching?
In diesem Gruppencoaching zeige ich euch erprobte Zeitmanagement-Strategien, die genau auf den Schulalltag zugeschnitten sind. Gemeinsam mit anderen Lehrkräften entdeckt ihr hilfreiche Methoden und lernt, sie Schritt für Schritt in euren Alltag zu integrieren.

Mehr Infos findet ihr hier: Zeitmanagement für Lehrkräfte – die kleine Pause

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Über die Autorin

Martina Schmidt

E-Mailadresse: martina@diekleinepause.de Website: www.diekleinepause.de/ Berufliche Tätigkeit: 25 Jahre habe ich in ganz verschiedenen Bereichen von Schule gearbeitet: Als Grundschullehrerin, in der Lehrkräfteausbildung und -fortbildung. In dieser Zeit habe ich immer und überall engagierte Kolleg:innen getroffen, die für unseren Beruf brennen – und dabei auch manchmal ausbrennen. Seitdem ich selbst auch einen Burnout erlebt habe, beschäftige ich mich mit der Frage: Wie können wir es schaffen, in unserem schönen und herausfordernden Beruf gelassen, gesund und gut gelaunt zu bleiben? In meinem Podcast „die kleine Pause“ teile ich alltagstaugliche Anregungen zu aktiver Selbstfürsorge, klarer Selbstorganisation und Praxis-Tipps für entspanntes Unterrichten. Als Coach und Resilienztrainerin unterstütze ich Lehrkräfte dabei auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden im (Schul-)Alltag. Schaut doch mal auf Die kleine Pause vorbei! Was mir privat Spaß macht: Ich lebe mit meinem Mann und unseren beiden erwachsenen Söhnen mitten im schönen Sauerland. Seit fast 3 Jahren wird unsere Familie verstärkt durch einen kleinen Italiener: Unser Hund Tobi, ein Podenco-Mix aus dem Tierschutz. Ich bin totaler Hunde-Fan und genieße die langen Spaziergänge bei Wind und Wetter, witziges Trick-Training und gemütliche Kuschelzeit mit Tobi. Wenn dann noch Zeit bleibt, tanze und singe ich, praktiziere Yoga, genieße gutes Essen und gehe ins Kino oder Kabarett. Eigentlich könnte ich immer in Bewegung und aktiv sein. Ich habe aber gemerkt, dass mir kleine Pausen zwischendurch richtig guttun. Deshalb integriere ich Entspannungs-Rituale in meinen Alltag: Von der kleinen Atemübung bis zum Mittagsschläfchen. Mein Motto ist: „Schultern runter. Lächeln. Atmen.“

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