Das Thema „Nachhaltigkeit“ muss in der Grundschule eine wichtige Rolle spielen. Hier bekommen alle Kinder eine gute Grundlage für ihr weiteres Leben. Neben einer theoretischen Grundlegung im Sachunterricht, der Schaffung eines soliden Wertefundamentes im Ethik- und Religionsunterricht sowie in den täglichen Gesprächen, sollte das Schulleben der gesamten Grundschule von nachhaltigem Handeln geprägt sein. Dabei geht es unter anderem darum Müll zu vermeiden, Recycling umzusetzen, Energie zu sparen, fairen Handel zu unterstützen, … Insgesamt 17 Entwicklungsziele werden von der UN benannt (www.unicef.de). Das Ziel von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist es, dass weltweit die nachfolgenden Generationen zu mehr Eigenverantwortung und Verantwortungsbewusstsein in allen Lebensbereichen kommen – vor allem im Bereich der Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.
Wenn Nachhaltigkeit selbstverständlich an der Grundschule gelebt wird, dann gehen diese Entwicklungsziele ganz selbstverständlich in das Leben der Kinder über.
Nachhaltige Entwicklung kann mit folgenden Themen gestartet werden:
1. Müllvermeidung

- Müllvermeidung beim Frühstück
Nach jeder Frühstückspause ist oftmals der Mülleimer im Klassenraum prall gefüllt mit
Umverpackungen von gekauften Produkten. Die Verwendung von Frühstücksdosen und von bruchsicheren Trinkflaschen kann die Müllberge verkleinern. Hier bietet es sich an, Elternabende zum Thema zu gestalten, kleine Wettbewerbe zu starten, Kochprojekte für gesunde Alternativen zu gekauftem Frühstück durchzuführen, … - Aktionen zur gesunden (weil nachhaltigen und regionalen) Ernährung und gegen Lebensmittelverschwendung
Eine sehr gute Sache ist hierbei zum Beispiel das EU-Schulobstprogramm, die Aktion „Wirf mich
nicht weg“ (www.wirf-mich-nicht-weg.de), der Besuch bei der örtlichen Tafel,
die Durchführung von Kochprojekten, Obst und Gemüse mit „Schönheitsfehlern“ zubereiten,
Besuch eines Bauernhofes oder einer kleinen Bäckerei, … - Sinnvoller Einsatz von Ressourcen im Bereich Papier und Arbeitsmaterialien
Hier sollte stets überlegt werden, ob es nicht Alternativen zur Verwendung von Papier und
anderen Materialien gibt.
2. Mülltrennung
Es ist sinnvoll, bereits im Klassenzimmer mindestens drei beschriftete und farblich unterschiedliche Müllbehälter für Restabfall, Papier und Wertstoffe aufzustellen. Hilfreich sind eine Auflistung und evtl. bildliche Darstellung der Dinge, die in die jeweiligen Behälter hineingehören.
Wenn es in der Schule möglich ist, sollte der Kompostmüll ebenfalls gesammelt werden. Er kann auf einem schulischen Komposthaufen wieder zu Erde werden. Diese ist in evtl. vorhandenen Hochbeeten für den Anbau von Gemüse und Kräutern nutzbar.
Zudem können in der Schule Tonerkartuschen und Tintenpatronen, ausgediente Handys, Batterien und Akkus gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt werden.

3. Recycling bzw. Upcycling

Die Kinder sollten dazu angeleitet werden, Dinge zu reparieren (natürlich keine elektronischen Geräte) oder etwas Neues aus scheinbar nicht mehr brauchbaren Gegenständen zu bauen. Zum Thema „Upcycling“ gibt es viele schöne Bücher oder Ideen im Internet – aber besonders schön ist es, die Kinder zur Umsetzung eigener Ideen herauszufordern.
4. Richtiges Heizen und Lüften
Beim Heizen ist es sparsamer, nicht permanent zu lüften, sondern kurz (max. 5 Minuten), stoßweise und quer. Beim permanenten Lüften entweicht konstant warme Luft aus dem Zimmer, ohne jedoch einen konsequenten Luftaustausch zu ermöglichen. Die Zimmertüren sollten nach dem Lüften ebenfalls verschlossen sein. Für das Lüften kann ein Extra-Klassendienst eingeführt werden (hiezu gibt es bereits die passende Dienstkarte – Dienstekärtchen). Es gibt zudem bei verschiedenen Anbietern auch sogenannte CO2-Ampeln, die permanent über die Luftqualität wachen. In einem kleinen Klassenprojekt kann zudem die Temperatur in den Klassenräumen festgehalten werden und es kann die „Wohlfühltemperatur“ für die jeweilige Klasse gefunden werden.

5. Strom sparen
Beim Strom sollte im Zweifel immer gelten: Alles ausmachen, was gerade nicht gebraucht wird. Das gilt natürlich zuallererst für das Licht in den Unterrichtsräumen. Sobald die Sonne in das Klassenzimmer hineinscheint, sollten die nicht mehr gebrauchten Lampen ausgeschaltet werden. An manchen Schulen gibt es bereits „intelligente“ Lichtsysteme, die automatisch das Licht ein- und ausschalten. Zudem sollten elektrische Geräte ebenfalls vollständig ausgeschaltet werden, wenn sie nicht benötigt werden. In einem kleinen Klassenprojekt kann hier mit einem Strommessgerät gemessen werden, wie viel Energie die einzelnen Geräte verbrauchen. Bei der Neuanschaffung elektrischer Geräte sollten besonders energiesparende Geräte angeschafft werden.

6. Den Schulweg umweltfreundlich gestalten
Viele Kinder könnten problemlos zu Fuß zur Schule kommen (oder mit dem Fahrrad bzw. dem Bus). Dies würde vor der Schule zu deutlich weniger Stress und Gefahrenquellen für die Kinder führen und zudem unsere Umwelt schonen. Man kann daraus sehr gut einen Wettbewerb machen. Die Kinder können sogenannte „Laufgemeinschaften“ bilden oder man kann gemeinsam mit den Kindern Fahrrad- und Rollerständer als Anregung für alternative Schulwegmöglichkeiten bauen.

7. Nachhaltige Materialien verwenden

Für viele Gegenstände, die Kinder und Lehrkräfte verwenden, gibt es nachhaltige und fair gehandelte Produkte. Bei Bleistiften und Holzbuntstiften sollte man auf das FSC-Siegel oder den „Blauen Umweltengel“ achten. Um die Stifte zu spitzen, sind Spitzer aus Metall mit wechselbaren Klingen sinnvoll. Wenn Filzstifte verwendet werden, sollten sie Lösemittel auf Wasserbasis enthalten und aus nachwachsenden Rohstoffen, Recyclingmaterial oder Biokunststoff bestehen. Lineale sollten aus Holz oder Biokunststoff sein, Hefte aus Recyclingpapier, … Zu nahezu allen Schulmaterialien gibt es nachhaltige Alternativen. Hier sollten übrigens wir Lehrkräfte als Vorbild vorangehen.
8. Nachhaltige Gestaltung des Schulgeländes
Viele Schulhöfe können gemeinsam mit Eltern, Schülern und Lehrkräfte in „grüne Oasen“ verwandelt werden. Zum Beispiel kann man mit wenig Aufwand Hochbeete anlegen (dies geht z. B. sehr kostengünstig mit Paletten), Nistkästen und Insektenhotels bauen (hier bietet der NABU sehr gute Materialien), einen Schulgarten anlegen, Pflanzenschutzmittel und Auftausalze auf dem Schulgelände vermeiden, ein grünes Klassenzimmer anlegen, … Werdet dafür einfach kreativ und nutzt die verschiedenen Fördermittel und Wettbewerbe, die es für diese Maßnahmen gibt. Lesenswert ist auch der Beitrag zur Gestaltung des Lieblingsschulhofes von Anna Fröhlich.

Weitere Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit
Franz for Future: https://zebrafanclub.de/franz-for-future-zebra-nachhaltigkeit/

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