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Der neue Bücherwurm – Die Konzeption der Fibel und der Arbeitshefte PLUS mit Ausführungen zur Silbe

Der Bücherwurm ist neu bearbeitet und kommt ganz frisch, modern und natürlich lehrplankonform daher. Weiterhin werden die Kinder über die analytisch-synthetische Methode zur Schriftsprache geführt. Allerdings rückt die Silbe im Zuge der Inhalte der neuen Lehrpläne stärker in den Fokus. Im Beitrag werden die Grundlagen der Konzeption von Fibel und Arbeitsheften PLUS mit Blick auf Laut und Silbe erläutert. Als Zusatz finden sich unter dem Beitrag kostenlose Kopiervorlagen, die die Übungen der Lernen-lernen-Seiten fortführen.

Sicher zum Schriftspracherwerb durch die analytisch-synthetische Methode

Der Bücherwurm setzt weiterhin auf die bewährte analytisch-synthetische Methode, bezieht aber auch die silbenanalytische Methode mit ein. Beide Konzepte werden hier kurz vorgestellt und an Beispielen aus der Bücherwurm Fibel veranschaulicht.

Die analytisch-synthetische Methode ist aus dem Methodenstreit um die analytische Methode (Ganzwort- und Ganzsatzmethode) und die synthetische Methode (Buchstabier- und Syllabiermethode) hervorgegangen. Während analytischen Verfahren vorgeworfen wird, nicht ausreichend das alphabetische und silbische Prinzip der Schrift zu vermitteln und das Auswendiglernen von Wortbildern kritisiert wurde, ist der Hauptvorwurf an synthetische Verfahren, Lesen und Schreiben nicht an sinnhaften Einheiten zu vermitteln, worunter Lesemotivation und das Erlernen des sinnerfassenden Lesens leiden.
Die analytisch-synthetische Methode berücksichtigt sowohl das Wort als Sinneinheit, indem Laute aus Schlüsselwörtern gewonnen werden, als auch die kleineren sprachstrukturellen Einheiten Graphem (Buchstabe), Phonem (Laut) und Silbe.

Nach der analytisch-synthetischen Methode werden im ersten Schritt durch die Analyse ganzer Wörter Buchstaben gewonnen. Das bedeutet, dass Wörter mit bereits erarbeiteten Buchstaben in die einzelnen Grapheme und Graphemverbindungen, die Lauten der gesprochenen Sprache entsprechen, zerlegt werden. Im Anschluss werden die Wörter aus den gewonnenen Buchstaben wieder zusammengesetzt.

Hierzu werden Leseübungen zum Wortabbau und Wortaufbau angeboten. Diese dienen der Festigung der Graphem-Phonem-Korrespondenzen und der Durchdringung des alphabetischen Prinzips der Schriftsprache

Buchstabengewinnung, Bücherwurm Fibel, Seite 10

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Buchstabengewinnung, Bücherwurm Fibel, Seite 10

Wortabbau und Wortaufbau, Bücherwurm Fibel, Seite 28

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Wortabbau und Wortaufbau, Bücherwurm Fibel, Seite 28

Es wird dabei an lautgetreuen Wörtern gearbeitet und eine Buchstabenprogression verfolgt. Neue Buchstaben werden durch die visuelle Analyse des geschrieben Wortes und die akustische Analyse (Heraushören der Silben und des Lautes, der dem neuen Buchstaben entspricht) eingeführt. Im Bücherwurm wird die Laut-Buchstabenbeziehung durch Lautgebärden unterstützt. Im Arbeitsheft finden sich weiterführende graphomotorische, phonematische und visuelle Übungen zu den einzelnen Buchstaben.

Übungen zum Nachspuren und Schreiben in Lineatur, Bücherwurm Arbeitsheft, Seite 14

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Übungen zum Nachspuren und Schreiben in Lineatur, Bücherwurm Arbeitsheft, Seite 14

visuelle Übungen zur Buchstabenfestigung, Bücherwurm Arbeitsheft, Seite 14

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visuelle Übungen zur Buchstabenfestigung, Bücherwurm Arbeitsheft, Seite 14

Phonematische Übungen zur Festigung der Laut-Buchstabenbeziehung, Bücherwurm Arbeitsheft, Seite 14

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Phonematische Übungen zur Festigung der Laut-Buchstabenbeziehung, Bücherwurm Arbeitsheft, Seite 14

Übungen zum Silbenschwingen Bücherwurm Arbeitsheft, Seite 15

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Übungen zum Silbenschwingen Bücherwurm Arbeitsheft, Seite 15

Zur Absicherung des Schreib- und Lesewortschatzes werden auf den Seiten des Buchstabenlehrgangs Wörter mit bekannten Buchstaben in Kästen gelesen und abgeschrieben.

Lese- und Schreibwortschatzkästen auf den Buchstabenseiten, Bücherwurm Fibel, Seite 46/47

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Lese- und Schreibwortschatzkästen auf den Buchstabenseiten, Bücherwurm Fibel, Seite 46/47

Die Lesetexte sind dreifachniveaudifferenziert. Texte auf Niveau 1 enthalten wie auch die Texte auf Niveau 2 ausschließlich bereits erarbeitete Buchstaben und sind im schwarzgrünen Silbendruck gesetzt. Um von Beginn an sinnvolle Texte anbieten zu können, finden sich insbesondere am Anfang der Fibel auf Niveau 1 und 2 auch Wort-Bild-Texte. Großformatige Abbildungen unterstützen bei der Sinnentnahme der Lesetexte. Die Texte auf Niveaustufe 3 enthalten noch nicht erarbeitete Buchstaben und können ebenso von der Lehrkraft oder lesestarken Schüler:innen vorgelesen werden.

Lesetext Niveaustufe 1, Bücherwurm Fibel, Seite 30

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Lesetext Niveaustufe 1, Bücherwurm Fibel, Seite 30

Lesetext Niveaustufe 2, Bücherwurm Fibel, Seite 31

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Lesetext Niveaustufe 2, Bücherwurm Fibel, Seite 31

Lesetext Niveaustufe 3, Bücherwurm Fibel, Seite 31

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Lesetext Niveaustufe 3, Bücherwurm Fibel, Seite 31

Nach der analytisch-synthetischen Methode kommt dem Laut beim Schriftspracherwerb eine entscheidende Rolle zu. Das alphabetische Prinzip der Schriftsprache beruht auf regelhaften Graphem-Phonem-Korrespondenzen. Das alphabetische Prinzip zu durchdringen ist wichtig, um die Lautorientierung der Schriftsprache nutzen zu können. Entwicklungsmodellen des Schriftspracherwerbs (vgl. Frith 1985, Valtin 1997) zufolge kommt dieser Stufe eine entscheidende Rolle zu.

Grenzen der Methode, die sich auf Schlüsselwörter und die Vermittlung von Laut-Buchstabenbeziehungen fokussiert, liegen darin, dass ausschließlich an lautgetreuen Wörtern gearbeitet werden kann (dies entspricht je nach Quelle etwa 50-70 % des Wortschatzes).

Allerdings folgen viele Schreibungen anderen Rechtschreibprinzipien wie dem silbischen, dem morphematischen oder dem syntaktischen. Zudem kann die Lautsprache nicht eins zu eins in die Schriftsprache übertragen werden, da viele Phonem-Graphem-Korrespondenzen nicht eindeutig sind. So kann ein Laut durch mehrere Grapheme realisiert werden (z. B. /k/ à Kiste, Camping, Zecke) oder ein Graphem mehreren Lauten entsprechen (Vase, Vater à v). Beim Schreiben nach Gehör erscheint es wichtig, eine Rechtschreibsprache zu entwickeln (vgl. z. B. Warum man Doppelkonsonanten nicht hören kann, Silbenschwingen aber sinnvoll ist). Abschließend ist es noch wichtig, dass größere Einheiten als der Laut für das Lesen genutzt werden, da es beim Zusammenschleifen der Laute zum sog. Dehnlesen kommen kann, das der Sinnentnahme im Wege steht. Um diesem vorzubeugen, wird der Silbendruck genutzt und die Methode wie im Folgenden beschrieben durch den Silbenansatz weitergeführt.

Die Rolle der Silbe für den Schriftspracherwerb

Die Silbe ist an die gesprochene Sprache angelehnt und dadurch Schulanfänger:innen zunächst zugänglicher als der einzelne Laut. Silbenstrukturen zeigen den Rhythmus der gesprochenen Sprache an und sind somit als Einheit zwischen Wort und Buchstabe für das Lesen wichtig. Die konkrete Realisierung eines Lautes wird erst im Kontext der Silbe deutlich, z. B. Vokallänge (sog. Quantität von Vokalen): Ro-se, Trom-mel oder auch bei Auslautverhärtung (Hund vs. Dose). Die Silbenstruktur enthält somit wesentliche Informationen zur Betonung und Aussprache von Wörtern. Das Erfassen von Silben kann einem anfänglichen Dehnlesen entgegenwirken.

Auch für das Schreiben ist die Silbe wichtig. Das Wissen, dass jede Silbe einen Vokal enthält, hilft beim Schreiben kaum oder nicht hörbarer Vokale (z. B. e als Schwa-Laut in der Reduktionssilbe à *E-sl, ggf. in Kombination mit r, welches gesprochen vokalisiert wird à *Bü-cha). Auch weitere orthographische Markierungen, wie die Konsonantenverdopplung, bei der die Konsonanten wie auch tz oder ck als Silbengelenk fungieren oder die Schreibung des silbeninitialen h (dre-hen), lassen sich aus der Silbenstruktur von Wörtern ableiten.

Die Silbe stärker in den Fokus des Anfangsunterrichts zu nehmen, ist sicher auch Christa Röber (2009) durch die Propagierung der Silbe als wichtige basale Einheit zur Erlangung von Leseflüssigkeit und Rechtschreibkompetenz in der Silbenanalytischen Methode zu verdanken.

Entscheidend für die Methode ist die Auswahl des Wortmaterials. So wird an für das Deutsche prototypischen zweisilbigen Wörtern gearbeitet. Die Betonung liegt auf der ersten Silbe (Vollsilbe), die lexikalische, also bedeutungstragende Informationen beinhaltet. Der Vokal kann kurz oder lang klingen, je nachdem, ob die Silbe offen oder geschlossen ist (s. Beispiele unten). In der zweiten Silbe (Reduktionssilbe) findet sich ein e, das schwach betont wird und häufig kaum bis gar nicht hörbar ist. Die Reduktionssilbe enthält grammatische Informationen. Es geht bei der Methode darum, Muster der Schriftsprache zu erfassen.

Beide Ansätze (analytisch-synthetisch und Silbenmethode) arbeiten durch das Vorzeigen an Modell- bzw. Schlüsselwörtern und festigenden Übungen an geeignetem Wortmaterial. Es zeigt sich, dass sich die Methoden nicht ausschließen, sondern sinnvoll ergänzen können.

Laut und Silbe auf den Lernen-lernen und Üben-Seiten

Da die Silbe nun auch in den meisten Lehrplänen an Bedeutung gewonnen hat, wurde die Arbeit an silbischen Schriftstrukturen auch im Bücherwurm ausgebaut. Zur Visualisierung der Silbenstruktur dienen neben Silbendruck und Silbenbögen farbige Kreise, die zum handelnden Nachvollziehen mit Legeplättchen oder Muggelsteinen anregen.

Was können die Kinder auf den Lernen-lernen-Seiten gezielt zur Silbenstruktur entdecken und welche Kompetenzen können dadurch angeregt werden?

  • Erkenntnis: Wörter können in Silben zerlegt („geschwungen“) werden. Jede Silbe enthält mehrere Laute/Buchstaben.
    Kompetenz: Die Kinder können gesprochene Worte in Silben zerlegen und die Anzahl der Laute bestimmen. Bereits eingeführte Buchstaben können gelesen/verschriftet werden.
Lernen-lernen-Seite „Silben schwingen“, Bücherwurm Fibel, Seite 9

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Lernen-lernen-Seite „Silben schwingen“, Bücherwurm Fibel, Seite 9

  • Erkenntnis: Laute der Silben können abgehört und anhand der Bücherwurm Lauttabelle Buchstaben zugeordnet werden.
    Kompetenz: Wörter können geschwungen und in ihre Laute zerlegt werden. Mithilfe der Bücherwurm-Lauttabelle können auch noch nicht eingeführte Buchstaben-Lautbeziehungen erschlossen und somit lautgetreue Wörter verschriftet werden.
Üben-Seite 1 zu „Mit der Lauttabelle schreiben und lesen“, Bücherwurm Fibel, Seite 23

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Üben-Seite 1 zu „Mit der Lauttabelle schreiben und lesen“, Bücherwurm Fibel, Seite 23

  • Erkenntnisse: Viele deutsche Wörter sind zweisilbig. Jede Silbe enthält einen Vokal (Kern der Silbe). Die erste Silbe wird betont und enthält einen Vollvokal, die zweite Silbe ist unbetont und enthält ein unbetontes e (Schwa-Laut).
    Kompetenz: Wörter können mit richtiger Betonung gelesen werden. Wortschreibungen können auf die Vollständigkeit („Jede Silbe hat einen König.“) überprüft werden. Endungen werden durch das Wissen um das Reduktions-e zunehmend richtig verschriftet.
Üben-Seite 1 zu „Könige“, Bücherwurm Fibel, Seite 41

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Üben-Seite 1 zu „Könige“, Bücherwurm Fibel, Seite 41

Üben-Seite 1 zu „Wörter betont lesen“, Bücherwurm Fibel, Seite 59

Grundschul-Blog-Unterrichten-Deutsch-Buerwurm-Fibel-310974-S59

Üben-Seite 1 zu „Wörter betont lesen“, Bücherwurm Fibel, Seite 59

  • Erkenntnis: Die Vokallänge richtet sich danach, ob eine betonte Silbe offen oder geschlossen ist.Ist der Endrand der ersten Silbe nicht besetzt – folgt dem Vokal in der Silbe kein Konsonant –, so ist die Silbe offen und der Vokal klingt lang.
    Ist der Endrand der ersten Silbe besetzt – dem Vokal folgt ein Konsonant –, so ist die Silbe geschlossen und der Vokal klingt kurz.

    Ist der Endrand der ersten Silbe besetzt – dem Vokal folgt ein Konsonant –, so ist die Silbe geschlossen und der Vokal klingt kurz.

    Kompetenz: Wörter können unter Beachtung der Länge des Vollvokals richtig gelesen werden.
    Die Kinder werden auf die Doppelkonsonantenschreibung vorbereitet.

Üben-Seite 1 zu „Könige“, Bücherwurm Fibel, Seite 41

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Üben-Seite 1 zu „Könige“, Bücherwurm Fibel, Seite 41

Üben-Seite 1 zu „Könige“, Bücherwurm Fibel, Seite 41

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Üben-Seite 1 zu „Könige“, Bücherwurm Fibel, Seite 41

  • Erkenntnis: Die Erkenntnis, dass auf kurze Vokale ein Konsonant folgt (geschlossene Silbe) kann auf die Konsonantenverdopplung übertragen werden
    („Folgt nur ein hörbarer Konsonant, verdoppelst du ihn.“).
    Kompetenz: Die Kinder lesen Vokale vor doppelten Konsonanten kurz. Später können Kinder diese Regel
    auf das Schreiben übertragen.
Üben-Seite 1 zu „Wörter betont lesen“, Bücherwurm Fibel, Seite 59

Grundschul-Blog-Unterrichten-Deutsch-Buerwurm-Fibel-310974-S59

Üben-Seite 1 zu „Wörter betont lesen“, Bücherwurm Fibel, Seite 59

Weitere orthographische Besonderheiten wie häufige Morpheme (Wortbausteine) oder die Großschreibung von Satzanfängen und Nomen, werden auf den Lernen-lernen-Seiten 74 bzw. 108 aufgegriffen.

Arbeitshefte PLUS als Alternative zur Fibel

Die neuen Arbeitshefte PLUS enthalten bis auf den Jahreskreis sämtliche Angebote der Fibel und eignen sich zur Erarbeitung neuer Inhalte und zum selbstständigen Üben und Anwenden. Die Arbeitshefte PLUS können somit als vollwertiger Ersatz für Fibel und Arbeitsheft dienen und gehen nach den gleichen Lese- und Schreiblernmethoden (analytisch-synthetisch und Silbenansatz) vor.

Auch die Lernen-lernen-Seiten und Üben-Seiten wurden inhaltlich übernommen und an das Arbeitsheftformat angepasst, sodass die Kinder von Anfang an tätig werden können. Zum Beispiel:

  • Bestimmung der Silbenstruktur
Üben-Seite 1 zu „Könige“, Arbeitsheft PLUS, Teil B, Seite 9

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Üben-Seite 1 zu „Könige“, Arbeitsheft PLUS, Teil B, Seite 9

  • Bestimmung der Vokallänge („Gummi- oder Flummiwort“?)
Üben-Seite 2 zu „Könige“, Arbeitsheft PLUS, Teil B, Seite 10

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Üben-Seite 2 zu „Könige“, Arbeitsheft PLUS, Teil B, Seite 10

  • Einzeichnen von Silbenbögen und Betonung sowie Markierung des Schwa-Lautes
Üben-Seite 1 zu „Wörter betont lesen“, Arbeitsheft PLUS, Teil B, Seite 53

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Üben-Seite 1 zu „Wörter betont lesen“, Arbeitsheft PLUS, Teil B, Seite 53

Weiterführende Übungen zur Silbe mit den Downloadmaterialien

Material 1: Offen oder geschlossen? Gummiwörter und Flummiwörter

Die Kinder legen zu den Wörtern farbige Muggelsteine oder Legeplättchen (in Analogie zur Fibel empfehlen sich graue für Konsonanten und gelbe für die Vokale). Alternativ können die Kärtchen auch laminiert und die Kreise mit wasserlöslichen Farbstiften ausgemalt werden. Anschließend werden die Kärtchen in zwei Boxen einsortiert: Gummiwort (offene erste Silbe), Flummiwort (geschlossene erste Silbe).

Vorbereitung: Kärtchen ausschneiden, ggf. laminieren; Legeplättchen oder Muggelsteine bzw. wasserlösliche Farbstifte bereitlegen; Boxen vorbereiten

Erklärung

  1. Lies das Wort.
  2. Lege zuerst die gelben Plättchen/Steine für die Vokale bzw. male die Kreise gelb aus.
  3. Lege dann die grauen Plättchen/Steine für die anderen Buchstaben bzw. male die Kreise grau aus.
  4. Klingt der Vokal lang oder kurz? Du erkennst es an dem Muster der ersten Silbe:

    geschlossene Silbe

    Geschlossene Silbe: Der Vokal klingt kurz.

    offene Silbe

    Offene Silbe: Der Vokal klingt lang.

  5. Sortiere die Karte richtig ein.

Material 2: Offen oder geschlossen? Gummiwörter und Flummiwörter für Profis

Wörter mit Silbengelenken (Doppelkonsonanten und tz – ck und sch wurden hier bewusst nicht aufgenommen, da die Schreibsilben nicht den Sprechsilben entsprechen).

Beispiele:
kommen sitzen

Weitere Gummiwörter (offene erste Silben):

Wörter mit silbeninitialem h: Das h steht bei Wörtern, in denen zwischen Vollvokal (erste Silbe) und Reduktionsvokal (zweite Silbe) kein Konsonant steht, zur besseren Aussprache und Lesbarkeit am Anfangsrand der Reduktionssilbe. In folgenden Klassenstufen lernen die Kinder, dass das Dehnungs-h auch in einsilbigen Wortformen erhalten bleibt (Prinzip der Morphemkonstanz bzw. Stammprinzip, z. B. weht).

Beispiel:
wehen

Wörter mit Zwielauten: Zwielaute stehen immer am Endrand der Silben (offene Silben) und treten daher nicht als Kurzvokal auf.

Beispiele:
: kauen reiten heulen

Wörter mit Dehnungs-h: Das Dehnungs-h dient der Längenkennzeichnung des Vokals in der ersten Silbe als Leseerleichterung. Es wird nicht mitgesprochen. Das Dehnungs-h steht nur vor den Konsonanten l, m, n und r. Da das Thema etwas komplexer ist, sind diese Wörter ggf. getrennt zu behandeln und sollten nur mit fortgeschritteneren Kindern thematisiert werden. In folgenden Klassenstufen lernen die Kinder, dass das Dehnungs-h auch in einsilbigen Wortformen erhalten bleibt (Prinzip der Morphemkonstanz bzw. Stammprinzip, z. B. wählt).

Beispiele:
wählen zähmen dehnen fahren

Material 3: Silbenmuster erkennen

Die Kinder ordnen die Wortkarten den Silbenmustern zu. Dazu kann es zu Beginn hilfreich sein, wenn sie die Silbenstruktur (erste Silbe) mit Legeplättchen oder Muggelsteinen legen und die Karten dann entsprechend einordnen. Fortgeschrittenere Kinder können auf Schritt 2 verzichten.

Vorbereitung: Kärtchen ausschneiden, ggf. laminieren; die Kärtchen mit den Silbenmustern nebeneinanderlegen, sodass die Wortkarten entsprechend unter diese gelegt werden können; Legeplättchen oder Muggelsteine bereitlegen

Erklärung

  1. Lies das Wort.
  2. Lege das Silbenmuster nach.
  3. Ordne die Wortkarten entsprechend den Silbenmustern zu.

Beispiele:
wählen zähmen dehnen fahren

Fazit

Abseits didaktischer Kontroversen profitieren manche Kinder vermutlich stärker vom Laut, andere von der Silbenstruktur. Beide Einheiten sind für den Schriftspracherwerb relevant. Hierzu sind sowohl phonematische als auch visuelle Übungen (z. B. zerlegen von Wörtern in Laute und Silben, bestimmen der Position von Lauten in Silben, entdecken von Regelmäßigkeiten in der Schriftsprache) nötig. Wie sich zeigt, kommt der Laut nicht ohne die Silbe aus und die Silbe nicht ohne den Laut.

Die Silbenmethode führt die Lautorientierung weiter, ermöglicht tiefergreifende Erkenntnisse zur Schriftsprache und korrigiert die Annahme, Wörter seien eine einfache Aneinanderreihung einzelner Laute. Der Bücherwurm setzt, wie auch in den Lehrplänen gefordert, auf beide Annäherungen, um alle Kinder sicher zum Schriftspracherwerb zu führen. In diesem Sinne wünsche ich allen Bücherwurm-Schüler:innen einen gelingenden Schriftspracherwerb und viel Freude beim Üben mit den zusätzlichen Downloadmaterialien, die sich auch zur Auffrischung und Vertiefung für Klassenstufe 2 eignen.

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Über die Autorin

Bernadette Girshausen

Berufliche Tätigkeit: Nach meinem Referendariat an der Nachbarschaftsschule Leipzig war ich an der Universität Leipzig im Bereich Grundschuldidaktik Deutsch tätig. Vorrangig habe ich mich mit der Sprachreflexion sowie mit dem Schriftspracherwerb beschäftigt. Mein besonderes Interesse galt dabei der Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten im Bereich Lesen und Rechtschreiben. Nun arbeite ich neben meiner Stelle an der HU Berlin im Bereich Sportdidaktik sowie als freie Zirkuspädagogin und freue mich, weiterhin als Klettautorin tätig sein zu können. Was mir privat Spaß macht: In meiner Freizeit bin ich gerne an der frischen Luft, bin gern im Café und höre Musik.

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