Der Lernentwicklungsassistent auf Herz und Nieren geprüft
Deshalb war ich total gespannt, als von Klett die Info kam, dass es nun ein digitales Tool gibt, mit dem das Schreiben dieser Förderpläne ein gewinnbringend und kein nerviger und zeitraubender Teil unserer Arbeit mehr ist: der digitale Lernentwicklungsassistent. Das will ich sehen, habe ich mir gedacht. Und vor allem will ich genau prüfen, ob es mir in meinem Bürokratie-Dschungel wirklich etwas bringt.
An einem verlängerten Wochenende habe ich mir also überlegt, wie ich dieses Tool auf Herz und Nieren prüfen könnte. Ich habe mich dann dazu entschieden, den Förderplan eines Kindes „nachzubauen“. Den entsprechenden Lernstand, die Förderziele und die Maßnahmen hatte ich diagnostiziert und passend ausgewählt. Alles war von mir dokumentiert. Ich wollte also checken, ob das der Lernentwicklungsassistent auch kann und wie viel Zeit es mich kosten würde, damit einen Förderplan zu erstellen.
Hier im Blog findet ihr hilfreiche Beiträge zu diesem Tool. In einer Schnellstartanleitung bekommt ihr sogar eine „Schritt-für-Schritt-Anleitung“. Diese und andere weiterführende Materialien könnt ihr direkt unter diesem Beitrag downloaden. Da mir immer die Zeit fehlt, um so etwas zu lesen, habe ich allerdings einfach direkt losgelegt.

Los geht’s!
Typisch Lehrerin, ich weiß! Aber: Es funktioniert. Der Lernentwicklungsassistent ist absolut selbsterklärend und lässt sich intuitiv nutzen. Das hat mir richtig gut gefallen.
Ihr müsst euch lediglich im Klett Diagnostikportal mit euren „Mein Klett“-Login-Daten anmelden. Wenn ihr bereits eine Diagnostik, wie den PLT oder die HSP durchgeführt habt, ist eure Lerngruppe hier angelegt. Sollte das nicht der Fall sein, ist das ruckzuck mit wenigen Klicks in der Schülerverwaltung erledigt.
Ich habe aus meiner Klasse das Kind ausgewählt, für das ich den Förderplan nachbasteln wollte. Für dieses Kind konnte ich noch genaue Angaben auf einem sogenannten Stammdatenblatt eingeben. Das ist alles absolut DSGVO-konform. Zum Schutz der personenbezogenen Daten ist es in der Anwendung nämlich nicht gestattet, Vor- und Nachnamen der oder des Lernenden oder anderer involvierter Personen zu verwenden.
Klickt nun auf „Förderplan anlegen“. Damit werden die Daten gespeichert und können jederzeit geändert oder angepasst werden. Ihr müsst noch einen Erfassungszeitpunkt hinzufügen und dann geht’s auch schon richtig zur Sache: Mit einem Klick auf den Button „Bearbeiten“ kommt ihr zu einer Übersicht aller Förderbereiche. Neben den Fächern Deutsch und Mathematik findet ihr dort auch die Förderbereiche Lernverhalten, Sozialverhalten, Emotionalität, Sprache, Kognition, Wahrnehmung und Motorik. Sollte euch noch ein Bereich fehlen, könnt ihr ihn auch einfach selbst ergänzen.
Das Beste kommt zum Schluss
Ich habe mich an dieser Stelle für das Fach Deutsch entschieden. Beim Klicken auf das Fach haben sich direkt die passenden Kompetenzfelder des Faches geöffnet. Dort konnte ich die Bereiche auswählen, die zu meinem Förderplan gepasst haben. Die entsprechenden Unterkategorien konnte ich ebenfalls problemlos zuordnen. An der letzten Unterkategorie angekommen, öffnete sich eine Tabelle zu den individuellen Bedarfen und Fördermaßnahmen des entsprechenden Bereiches. Hier konnte ich den Bedarf des Kindes auswählen. Das passende Förderziel wurde automatisch ausgewählt. Dieser Schritt hat mich schon schwer begeistert. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich ansonsten oft länger an der genauen Zielformulierung herumtüftele und mir genau das nun einfach abgenommen wurde.
Mein absolutes Highlight war allerdings der Klick auf einen Förderbedarf. Ich haben einen mittleren Bedarf ausgewählt und bekam automatisch passende Fördermaßnahmen vorgeschlagen. Diese haben mich teilweise ganz schön überrascht, weil dort Ideen aufgeführt waren, die ich spontan gar nicht auf dem Schirm hatte.
Was fehlt?
Eine Schwierigkeit musste ich bei meiner „Nachbastel-Aktion“ allerdings noch meistern. Die Problematik, dass der Lernende ähnlich aussehende Buchstaben wie „d“ und „b“ verwechselt, habe ich im Lernentwicklungsassistenten nämlich nicht gefunden. Das machte aber gar nichts, weil ich überall selbst noch Bedarfe und Maßnahmen hinzufügen konnte. Damit war auch dieser Bereich ruckzuck dokumentiert.
In einer Vorschau habe ich mir dann den kompletten Förderplan anzeigen lassen und ihn letztendlich ausgedruckt. An dieser Stelle konnte ich auch noch allgemeine Fördermaßnahmen, wie die Teilnahme an einer Fördergruppe etc., ergänzen. Ich hatte außerdem die Möglichkeit, auch nur Teile des Förderplans auszudrucken und Unterschriftenfelder anzupassen. Super!
Mein ehrliches Fazit
Probiert den Lernentwicklungsassistenten unbedingt aus! Das ist ganz einfach über die kostenlose Probelizenz möglich. Ich kann mir gut vorstellen, dass er eine riesengroße Arbeitserleichterung für euch werden kann. Die vorgefertigten Bausteine machen das Erstellen eines Förderplans zum Kinderspiel. Bei mehreren Erfassungszeitpunkten könnt ihr sogar die Lernentwicklung eines Kindes über einen bestimmten Zeitraum hinweg verfolgen.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Ausprobieren. Denn damit habt ihr ja auch wieder viel mehr Zeit, euch auf die schönen Seiten des Lehrerberufs zu fokussieren.
Besucht uns gerne auch auf Instagram. Auf unserem Account zebra_franz findet ihr weitere Einblicke zum Lernentwicklungsassistenten und noch viele andere spannende Unterrichtsideen.
Herzlichst
eure Theresa
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