Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Was kann er wirklich, der Lernentwicklungsassistent?

In jedem Job gibt es wahrscheinlich geliebte und „ungeliebte“ Aufgaben. Bei uns Lehrerinnen und Lehrern ist das doch auch so, oder? Vielleicht geht es euch ähnlich wie mir: Ich liebe es zu unterrichten. Hierbei überlege ich mir immer wieder neue Methoden und Herangehensweisen. Die Herausforderung, allen Kindern gerecht zu werden und immer passgenaue Aufgaben zu finden, motiviert mich total. Gerade diese Förderung und Forderung ist doch das Reizvollste in unserem Beruf. Die ganze Bürokratie, die dahintersteckt, schränkt mich dagegen massiv ein. Wisst ihr, was ich meine? Genau: Förderpläne heißen sie und sie leben von unserer Dokumentation. Leider fehlt mir für diese Dokumentation oftmals die Zeit und auch die Muße. Denn die würde ich ja viel lieber in meine kreative Unterrichtsgestaltung investieren.


Der Lernentwicklungsassistent auf Herz und Nieren geprüft

Deshalb war ich total gespannt, als von Klett die Info kam, dass es nun ein digitales Tool gibt, mit dem das Schreiben dieser Förderpläne ein gewinnbringend und kein nerviger und zeitraubender Teil unserer Arbeit mehr ist: der digitale Lernentwicklungsassistent. Das will ich sehen, habe ich mir gedacht. Und vor allem will ich genau prüfen, ob es mir in meinem Bürokratie-Dschungel wirklich etwas bringt.

An einem verlängerten Wochenende habe ich mir also überlegt, wie ich dieses Tool auf Herz und Nieren prüfen könnte. Ich habe mich dann dazu entschieden, den Förderplan eines Kindes „nachzubauen“. Den entsprechenden Lernstand, die Förderziele und die Maßnahmen hatte ich diagnostiziert und passend ausgewählt. Alles war von mir dokumentiert. Ich wollte also checken, ob das der Lernentwicklungsassistent auch kann und wie viel Zeit es mich kosten würde, damit einen Förderplan zu erstellen.

Hier im Blog findet ihr hilfreiche Beiträge zu diesem Tool. In einer Schnellstartanleitung bekommt ihr sogar eine „Schritt-für-Schritt-Anleitung“. Diese und andere weiterführende Materialien könnt ihr direkt unter diesem Beitrag downloaden. Da mir immer die Zeit fehlt, um so etwas zu lesen, habe ich allerdings einfach direkt losgelegt.

Lernentwicklungsassistent Förderplan

Los geht’s!

Typisch Lehrerin, ich weiß! Aber: Es funktioniert. Der Lernentwicklungsassistent ist absolut selbsterklärend und lässt sich intuitiv nutzen. Das hat mir richtig gut gefallen.

Ihr müsst euch lediglich im Klett Diagnostikportal mit euren „Mein Klett“-Login-Daten anmelden. Wenn ihr bereits eine Diagnostik, wie den PLT oder die HSP durchgeführt habt, ist eure Lerngruppe hier angelegt. Sollte das nicht der Fall sein, ist das ruckzuck mit wenigen Klicks in der Schülerverwaltung erledigt.

Ich habe aus meiner Klasse das Kind ausgewählt, für das ich den Förderplan nachbasteln wollte. Für dieses Kind konnte ich noch genaue Angaben auf einem sogenannten Stammdatenblatt eingeben. Das ist alles absolut DSGVO-konform. Zum Schutz der personenbezogenen Daten ist es in der Anwendung nämlich nicht gestattet, Vor- und Nachnamen der oder des Lernenden oder anderer involvierter Personen zu verwenden.

Klickt nun auf „Förderplan anlegen“. Damit werden die Daten gespeichert und können jederzeit geändert oder angepasst werden. Ihr müsst noch einen Erfassungszeitpunkt hinzufügen und dann geht’s auch schon richtig zur Sache: Mit einem Klick auf den Button „Bearbeiten“ kommt ihr zu einer Übersicht aller Förderbereiche. Neben den Fächern Deutsch und Mathematik findet ihr dort auch die Förderbereiche Lernverhalten, Sozialverhalten, Emotionalität, Sprache, Kognition, Wahrnehmung und Motorik. Sollte euch noch ein Bereich fehlen, könnt ihr ihn auch einfach selbst ergänzen.


Das Beste kommt zum Schluss

Ich habe mich an dieser Stelle für das Fach Deutsch entschieden. Beim Klicken auf das Fach haben sich direkt die passenden Kompetenzfelder des Faches geöffnet. Dort konnte ich die Bereiche auswählen, die zu meinem Förderplan gepasst haben. Die entsprechenden Unterkategorien konnte ich ebenfalls problemlos zuordnen. An der letzten Unterkategorie angekommen, öffnete sich eine Tabelle zu den individuellen Bedarfen und Fördermaßnahmen des entsprechenden Bereiches. Hier konnte ich den Bedarf des Kindes auswählen. Das passende Förderziel wurde automatisch ausgewählt. Dieser Schritt hat mich schon schwer begeistert. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich ansonsten oft länger an der genauen Zielformulierung herumtüftele und mir genau das nun einfach abgenommen wurde.

Mein absolutes Highlight war allerdings der Klick auf einen Förderbedarf. Ich haben einen mittleren Bedarf ausgewählt und bekam automatisch passende Fördermaßnahmen vorgeschlagen. Diese haben mich teilweise ganz schön überrascht, weil dort Ideen aufgeführt waren, die ich spontan gar nicht auf dem Schirm hatte.


Was fehlt?

Eine Schwierigkeit musste ich bei meiner „Nachbastel-Aktion“ allerdings noch meistern. Die Problematik, dass der Lernende ähnlich aussehende Buchstaben wie „d“ und „b“ verwechselt, habe ich im Lernentwicklungsassistenten nämlich nicht gefunden. Das machte aber gar nichts, weil ich überall selbst noch Bedarfe und Maßnahmen hinzufügen konnte. Damit war auch dieser Bereich ruckzuck dokumentiert.

In einer Vorschau habe ich mir dann den kompletten Förderplan anzeigen lassen und ihn letztendlich ausgedruckt. An dieser Stelle konnte ich auch noch allgemeine Fördermaßnahmen, wie die Teilnahme an einer Fördergruppe etc., ergänzen. Ich hatte außerdem die Möglichkeit, auch nur Teile des Förderplans auszudrucken und Unterschriftenfelder anzupassen. Super!


Mein ehrliches Fazit

Probiert den Lernentwicklungsassistenten unbedingt aus! Das ist ganz einfach über die kostenlose Probelizenz möglich. Ich kann mir gut vorstellen, dass er eine riesengroße Arbeitserleichterung für euch werden kann. Die vorgefertigten Bausteine machen das Erstellen eines Förderplans zum Kinderspiel. Bei mehreren Erfassungszeitpunkten könnt ihr sogar die Lernentwicklung eines Kindes über einen bestimmten Zeitraum hinweg verfolgen.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Ausprobieren. Denn damit habt ihr ja auch wieder viel mehr Zeit, euch auf die schönen Seiten des Lehrerberufs zu fokussieren.

Besucht uns gerne auch auf Instagram. Auf unserem Account zebra_franz findet ihr weitere Einblicke zum Lernentwicklungsassistenten und noch viele andere spannende Unterrichtsideen.

Herzlichst
eure Theresa


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Über die Autorin

Theresa Weber

Berufliche Tätigkeit: Ich bin stellvertretende Schulleiterin einer dreizügigen Grundschule im Wetteraukreis und Klassenlehrerin der Zebraklasse (1. Schuljahr). Für mich sind die verschiedenen Bereiche meiner schulischen Arbeit ein bisschen wie die vielen verschiedenen Streifen beim Zebra: Vordergründing einfach nur schwarz und weiß, aber, wenn man genau hinschaut sieht man: Kein Mensch gleicht dem anderen. Jedes Kind ist anders, auch alle Kollegen sind unterschiedlich. Aber nur alle zusammen ergeben wir ein harmonisches Gesamtbild. Seit dem laufenden Schuljahr gehört zu meinen Aufgaben übrigens auch die Betreuung eines fast echten Zebras: Franz! Dazu kommen dann noch die Aufgaben im SL-Team, in dem meine Chefin und ich zum Glück im Gleichschritt in dieselbe Richtung traben. Was mir Spaß macht: Privat bin ich sozusagen ein Herdentier: Meine Familie und meine Freunde spielen eine große Rolle in meinem Leben. Mein Partner und ich sind immer auf den Beinen: Egal, ob beim Laufsport, Tanzen, oder ich als Trainerin in verschiedenen Turnvereinen bei Yoga und Fitness. Außerdem bin ich leidenschaftliche Babysitterin für das Zebrafohlen in unserer Familie: Meine kleine Nichte, die wiederum auch schon mit Begeisterung auf Franz aufgepasst hat. Mit ihr teile ich die Freude an unserem gemeinsamen Lieblingsland Spanien: Dort tankt unsere komplette Familienherde in einem kleinen Reihenhaus regelmäßig Kraft für neue Abenteuer. Und wenn ich zuhause ausnahmsweise mal gar nicht in die Hufe kommen mag, dann gönne ich mir ein gutes Buch – gerne auch digital, auf dem Kindle.

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