Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Förderkonferenzen mit dem Lernentwicklungsassistenten durchführen

Mit dem Lernentwicklungsassistenten ist in diesem Jahr eine Anwendung auf den Markt gekommen, mit der ihr schnell und einfach individuelle Förderpläne erstellen könnt.

Nachdem wir euch im Beitrag „Förderpläne nerven? Der neue Lernentwicklungsassistent hilft euch!“ schon aufgezeigt haben, warum wir der Überzeugung sind, dass der Lernentwicklungsassistent aus „nervigen“ Förderplänen sinnvolle Arbeitshilfen machen kann, möchten wir euch nun eine Möglichkeit vorstellen, wie ihr die Anwendung noch optimaler einsetzen könnt, indem ihr zusätzlich Zeit spart und gleichzeitig kooperativ vorgeht: der Einsatz des Lernentwicklungsassistenten im Rahmen von Förderkonferenzen.

Lernentwicklungsassistent Tablet

Was sind Förderkonferenzen?

Bei der Förderkonferenz kommen idealerweise alle an der Förderung eines Kindes beteiligte Personen in einem regelmäßigen zeitlichen Abstand (z.B. 2–3x jährlich) zusammen. Gemeinsam tauschen sich die Lehrkräfte über den aktuellen Entwicklungsstand jedes Kindes, für das ein Förderplan geschrieben wird, aus und beraten über mögliche Förderziele.

Anschließend werden in der Regel 3–5 Förderziele für den Zeitpunkt ausgewählt und es wird gemeinsam über mögliche Fördermaßnahmen entschieden. Durch die intuitive und einfache Handhabung des Lernentwicklungsassistenten können die Ergebnisse direkt in Form eines Förderplans dokumentiert werden. Dadurch ist optimalerweise das Resultat der Förderkonferenz der komplett fertige Förderplan.

Diagnostik Förderkonferenzen

Als Vorbereitung auf die Förderkonferenz sollten alle Beteiligten ihre Notizen/Aufzeichnungen zu den entsprechenden Kindern mitbringen. Bei der Verwendung des Lernentwicklungsassistenten kann dafür sehr gut die Dokumentationshilfe verwendet werden, die ihr unter diesem Beitrag kostenlos downloaden könnt. Mit dieser können bereits während des normalen Schullalltags Beobachtungen schnell und einfach analog oder digital dokumentiert werden. Dazu können auffällige Bereiche angekreuzt und Gedanken dazu stichpunktartig ergänzt werden. Wenn alle Beteiligten die Dokumentationshilfe verwenden, können die Beobachtungen im Rahmen der Förderkonferenz noch einfacher verglichen und ausgetauscht werden. Darüber hinaus greift die Dokumentationshilfe die Struktur des Lernentwicklungsassistent auf, wodurch die Orientierung in der Anwendung sowie das Finden von Formulierungen noch einfacher wird.


Wie läuft eine Förderkonferenz ab?

Die Beschreibung des aktuellen Entwicklungsstandes:

Durch die Vernetzung aller Beteiligten ist eine umfassende Beschreibung des Entwicklungsstandes (Ist-Stand) eines Kindes möglich. Dadurch, dass neben der Klassenleitung auch sonderpädagogische Lehrkräfte, Fachlehrkräfte und andere Personen des multiprofessionellen Teams ihre Eindrücke und Beobachtungen über das Kind austauschen, ist die Darstellung nicht einseitig, sondern umfasst verschiedene Lernsituationen und Lehrpersonen.

Denn Kinder verhalten sich nicht bei jeder Bezugsperson und in jeder Situation gleich. Und darüber hinaus haben auch nicht alle Lehrpersonen die Möglichkeit, die Kinder aus demselben Blickwinkel zu beobachten (z.B. im Rahmen einer Kleingruppe oder als „beobachtende“ Person in der Klasse).

Ein praktisches Beispiel:
Eine Förderkonferenz für Lisa

Bei der Förderkonferenz der Klasse 1a sind die Klassenlehrerin, die Mathelehrerin und der Sonderpädagoge anwesend. Alle haben die Dokumentationshilfe für Lisa dabei und berichten von ihren individuellen Beobachtungen: Die Mathelehrerin berichtet, dass Lisa häufig aufsteht, durch die Klasse läuft und sich selbst und andere Kinder dadurch ablenkt. Sie beteiligt sich nur selten am Unterrichtsgeschehen und zeigt auch bei Lernstandserhebungen fachliche Rückstände. Die Klassenlehrerin konnte dieses Verhalten nur selten beobachten. In Deutsch und im Sachunterricht beteiligt Lisa sich zwar unregelmäßig, arbeitet jedoch trotzdem überwiegend konzentriert an ihrem Platz. Insbesondere in Kunst arbeitet sie lange und ausdauernd. Der Sonderpädagoge erzählt, dass er im Rahmen der Kleingruppenförderung gemerkt hat, dass Lisa im mathematischen Bereich große Schwierigkeiten hat und dort häufig auf Toilette geht oder mit den Nachbarn redet.


Die Auswahl der Förderziele:

Alle Beteiligten der Förderkonferenz leiten durch ihre individuelle Darstellung des Entwicklungsstandes die Ziele ab, die in ihrem jeweiligen Kontext relevant sind. Dadurch können Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Beobachtungen festgestellt werden. Gemeinsam wird dann überlegt, was alle als Priorität für das Kind ansehen und welche Ziele in nächster Zeit somit vorrangig gefördert werden sollten. Diese werden dann in den Förderplan aufgenommen.

Bei Lisa liegt die Vermutung nahe, dass ihre Auffälligkeiten im Lern- und Arbeitsverhalten vermutlich mit einer fachlichen Überforderung in Mathe und nicht mit einer allgemeinen Konzentrationsschwäche einhergehen. Die Lehrkräfte beschließen daher gemeinsam, dass Lisa besonders im Fach Mathematik gefördert werden sollte. Darüber hinaus sollte ihre Anstrengungsbereitschaft gestärkt werden, sodass sie lernt, sich auch mit herausfordernden Aufgaben ausdauernd zu befassen und die Vermeidungsstrategien dadurch schrittweise abzubauen. Anschließend wählen sie im Lernentwicklungsentwicklungsassistenten die entsprechenden Items aus. Dabei orientieren sie sich an den Zielen, die nach Entwicklungsbereichen und Fächern sortiert sind. Zur Beschreibung des Entwicklungsstandes können sie dann einen von drei Textbausteinen auswählen (geringer, mittlerer, hoher Bedarf), den sie dann individuell an Lisa anpassen.

Förderziele im Lernentwicklungsassistenten

Grundschul-Blog-Lernentwicklungsassistent-Screenshot_Ziel

Förderziele im Lernentwicklungsassistenten


Der fertige Förderplan: Lernentwicklung dokumentieren

Als Resultat der Förderkonferenz steht somit optimalerweise der fertige Förderplan. Dadurch dass dieser mithilfe des Lernentwicklungsassistenten bereits während der Förderkonferenz geschrieben wird, entfällt die zusätzliche Schreibtischarbeit zu Hause. Es entsteht ein kooperativ erstellter Plan, der die Gesamtheit und Besonderheit des Kindes widerspiegelt. Er dient der Dokumentation der Lernentwicklung und der Transparenz für Eltern, Lehrkräfte, dem Schulamt und ggf. auch Therapeuten, Therapeutinnen und anderen außerschulischen Stellen. In der nächsten Förderplankonferenz werden die Ziele evaluiert und ggf. fortgeführt oder geändert. So kann die Lernentwicklung eines Kindes auch über einen längeren Zeitraum hinweg begleitet und mit Hilfe des Lernentwicklungsassistenten veranschaulicht werden.

Bis zur nächsten Förderkonferenz werden die besprochenen Maßnahmen umgesetzt und die Lehrkräfte beobachten Lisas Entwicklung und notieren sich ihre Beobachtungen erneut auf der Dokumentationshilfe. Bei der nächsten Förderkonferenz können sie dann mit Hilfe der Kopierfunktion des Lernentwicklungsassistenten den letzten Lernstand übernehmen und müssen diesen nur noch evaluieren und ggf. erweitern/anpassen. Wie das funktioniert, könnt ihr bei unseren Lieblingsfunktionen der Anwendung hier nachlesen. Somit ist eine fortlaufende Förderplanung zur Veranschaulichung der Lernentwicklung des Kindes mit wenig Zeitaufwand möglich.

Schaubild Förderkonferenz

Wie etabliert man eine Förderkonferenz im eigenen Kollegium?

Wir möchten euch Mut machen, das Thema Förderkonferenz in eurem Kollegium anzusprechen und vorzustellen, optimalerweise im Kontext eines schulischen Konzeptes (z.B. im Inklusionskonzept). Dadurch wird die individuelle Förderung der Kinder in den Fokus genommen und die Förderpläne dienen wirklich als Arbeitshilfe und landen nicht nur in den Akten.

Durch die Verbindlichkeit von Förderkonferenzen zu festgeschriebenen Zeitpunkten sind alle Kolleginnen und Kollegen involviert und es bleibt nicht die alleinige Aufgabe der Klassenleitung oder der sonderpädagogischen Lehrkraft. Außerdem profitiert durch die gemeinsame Festlegung und damit auch Umsetzung der Ziele und Maßnahmen letztendlich das Kind, da es einen festen Handlungsrahmen für die Förderung gibt. Durch einen regelmäßigen Austausch in Förderkonferenzen erhaltet ihr oftmals auch kollegiales Feedback und Ideen für alternative Handlungsweisen. Und durch die technischen Möglichkeiten des Lernentwicklungsassistenten steht am Ende der Förderkonferenz der fertige Förderplan.

Checkliste Etablierung Förderkonferenz

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Checkliste zur Etablierung einer Förderkonferenz


Los geht’s…

Wir haben euch eine Checkliste zusammengestellt, die euch dabei helfen kann, Förderkonferenzen in eurem Kollegium zu etablieren. Als Gesprächsgrundlage haben wir euch darüber hinaus eine Übersicht zum Thema Förderkonferenzen erstellt. Beides findet ihr unter dem Artikel zum Download. Des Weiteren findet ihr dort einen Ablaufplan für die Förderkonferenz, der euch dabei unterstützt, zeitlich und inhaltlich strukturiert zu arbeiten.

Wenn ihr den Lernentwicklungsassistenten noch nicht kennt, könnt ihr hier die kostenlose Probelizenz ausprobieren (30 Tage Nutzung ohne automatische Verlängerung) oder hier eine Klassen- oder Schullizenz erwerben.

Viel Spaß bei der Umsetzung!
Iris Schaumann und Danja Kreuter


Downloads

Förderpläne erstellen Schritt für Schritt – Unsere kostenlosen Handlungsanweisungen und Durchführungshinweise unterstützen beim Umgang mit der Anwendung.


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Über die Autorin

Danja Kreuter

Berufliche Tätigkeit: Sonderpädagogin in der Grundschule Was mir privat Spaß macht: Zeit mit meiner Familie zu verbringen und kreativ zu sein

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