Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Library Lovers‘ Day – eine Liebe fürs Leben

Worum geht’s?

Wir kennen ihn alle: den Valentinstag. Alljährlich kommt er mit großem Rummel daher: In den Supermärkten finden sich Schokoladenboxen mit Herzen; die Schaufenster der Parfümerien sind in den Farben der Liebe dekoriert; wir schreiben Karten an Menschen, die wir lieben – und die Blumenläden sind gefüllt mit den schönsten Rosen in allen Farben.  Um diesem etwas lauteren Feiertag ein Gegenstück entgegenzustellen, ist in Australien im Jahr 2006 der Library Lovers‘ Day entstanden. Er soll die Liebe zu Büchern und Bibliotheken zum Ausdruck bringen und Groß und Klein für diese begeistern. Und da Bücher und Bibliotheken viele Liebhaberinnen und Liebhaber haben, feiert man nun – fast zwanzig Jahre später – den Library Lovers‘ Day auch in einigen anderen Ländern, vor allem im englischsprachigen Bereich. Ich habe euch fünf Ideen für den Library Lovers‘ Day zusammengestellt.

1. Eigene Lesebiographie gestalten

Im Sitzkreis erzählt ihr vom Valentinstag und vom Library Lovers‘ Day. Ihr erzählt den Kindern von Euren Besuchen in der Bibliothek und fragt sie nach ihren eigenen Erfahrungen. In die Kreismitte legt ihr einige von euren Lieblingsbüchern und erzählt über diese. Dann bearbeiten die Kinder zur eigenen Reflektion das Arbeitsblatt zur eigenen Lesebiographie. Dafür erhalten sie das Arbeitsblatt „I like reading“. Auf diesem Blatt notieren sie ihre Gedanken rund um das Lesen und teilen ihre Lese-Erfahrungen.

Arbeitsblatt I like reading, aufgeschlagenes Buch

Die kann gemeinsam zelebriert werden, indem ihr einen Sitzkreis bildet. Wenn die Kinder mögen, können sie in diesem Rahmen ihre Lieblingsbücher vorstellen. Diese können sie von zuhause, aus der Klassen- oder Schulbibliothek mitgebracht haben.

  • I like the book.
  • I find the book funny/ exciting/ a bit sad …
  • I often had to laugh while reading.
  • I know other books by …

2. Detektiv-Stunde in der Schulbibliothek

Wenn es in eurer Schule eine Schulbibliothek gibt, stöbern die Kinder gemeinsam in einer Englischstunde in dieser Bibliothek und stellen sich am Ende der Stöberzeit die Bücher vor, die sie gern lesen würden. Sie benennen, warum sie diese gern lesen würden. Diese Vorstellung können sie auf Englisch machen:

  • I would like to read this book.
  • It makes me curious because …
  • I am interested in it because …
  • I find it exciting that …

Mit Blick auf die Mehrsprachigkeit suchen die Kinder nach mehrsprachigen Büchern in der Schulbibliothek und notieren die verschiedenen Sprachen, die in dieser vorhanden sind.

3. Reading-Tracker

Die Kinder erhalten einen Reading-Tracker, auf dem sie die Bücher, die sie im Jahr lesen ausmalen können. Wer möchte, notiert die Buchtitel auf den Rückseiten der Bücher. Zunächst wird das Bücherregal ausgemalt – und nach und nach färben sich die Bücher. Natürlich dürfen auch die Bilderbücher aus dem Englischunterricht markiert werden.

Reading-Tracker Regal mit Büchern, Sessel und Lampe, Strichzeichnung

Die Reading-Tracker können immer wieder als Gesprächsanlass im Englischunterricht genutzt werden.

  • Which book have you read recently?
  • Did you like it?
  • Would you recommend it?
  • Which book would you like to read next?

4. Blind Date mit einem Buch

Ihr könnt den Kindern aus dem Englischunterricht bereits bekannte Bilderbücher in Packpapier einwickeln und darauf Beschreibungen des Buches anbringen. Zum Beispiel zehn einfache, englischsprachige Stichwörter zu dem Buch. Diese Stichwörter könnt ihr selbst entwerfen oder auch mithilfe einer KI generieren (Nenne mir 10 einfache, englischsprachige Stichwörter zu dem Bilderbuch XY von XY für Grundschulkinder – ohne zu verraten, dass es sich um dieses Buch handelt.). Die Kinder suchen sich allein oder zu zweit ein Buch aus und betrachten es gemeinsam.

Eingepacktes Buch mit roter Schleife - Blind date with a book

5. My Bookmark

Hierfür könnt ihr unsere Vorlage nutzen. Die Kinder suchen sich ein Motiv aus und kleben dies auf Pappe. Sie malen die Lesezeichen aus und gestalten sie mit Glitzer, Perlenfäden etc.

Bookmarks - Englische Lesezeichen in sw zum ausmalen

Jeweils einen Buchtipp habe ich noch für euch und die Kinder:

Library Lion. Michelle Knudsen/Kevin Hawkes (Illustration). Walker Books

Dieses Bilderbuch ist fast schon ein Klassiker. Und genauso alt wie der Library Lovers‘ Day – ist es doch im Jahr 2006 erschienen. Eines Tages ist er in der Bibliothek: der Löwe. Er schaut sich um, hört bei der Vorlese-Stunde zu – und kommt am nächsten Tag wieder. Mit der Zeit gewöhnen sich alle an ihn und er beginnt damit, sich nützlich zu machen. Mit seinem Schwanz staubt er die Regale ab, klebt die Briefumschläge zu und ist ein willkommener Lesesessel für die kleineren Kinder. Doch dann geschieht etwas, wodurch er eine wichtige Regel brechen muss. Was das heißt, weiß er ganz genau. Er verlässt die Bibliothek und kommt am nächsten Tag nicht wieder. Ob er wohl eines Tages wiederkommen wird …?

Romalyn Tilghman. Die Bücherfrauen. Fischer Taschenbuch Verlag. 2022

(Im Original: To The Stars Through Difficulties. She Writes Press. 2017)

Angelina kehrt in ihre Heimatstadt zurück. Hier möchte sie eine Doktorarbeit über die Carnegie-Büchereien schreiben. Doch will dies aus vielerlei Gründen nicht gelingen. In New Hope in Kansas trifft sie auf die Künstlerin Traci und auf Gayle, deren Zuhause im Nachbarort durch einen Tornado vollkommen zerstört wurde. Gemeinsam arbeiten die drei Frauen an einem Projekt und schaffen so Gemeinschaft im Ort. Interessant sind zahlreiche Informationen, die der Roman über Andrew Carnegie und seine Bibliotheken bereithält. Rund 1.700 Carnegie-Bibliotheken hatte Carnegie geschaffen, der als Kind irischer Auswanderer zu der Überzeugung gekommen war, dass möglichst vielen Menschen Zugang zu Büchern geschaffen werden sollte, um ihre Bildungschancen zu erhöhen. Deshalb eröffnete er mithilfe seiner Stiftung rund um die Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts Bibliotheken, vorrangig im ländlichen Raum.

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Über die Autorin

Alexandra von Plüskow-Kaminski

Alexandra v. Plüskow-Kaminski ist Koordinatorin des Sprachbildungszentrums Lüneburg am Regionalen Landesamt für Schule und Bildung in Lüneburg. Sie hat mehrere Jahre als Lehrerin gearbeitet. Darüber hinaus verfasst sie als Fachjournalistin pädagogische Beiträge für verschiedene Verlage und Magazine.

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