
Eine praktische Unterstützung für den Schulalltag
Die Idee zu den Beobachtungsbögen entstand im Zusammenhang mit der aktuellen Neustrukturierung des AO-SF-Verfahrens in NRW. Diese Neustrukturierung soll die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs durch standardisierte, digitale Abläufe transparenter, einheitlicher und effizienter gestalten. Im Rahmen der Pilotphase gewinnen kriterial geleitete Beobachtungen zunehmend an Bedeutung und sollen die Beschreibung von Entwicklungsverläufen unterstützen.
Gleichzeitig wurde bei der Entwicklung schnell klar, dass strukturierte Beobachtungsbögen nicht nur in diesem Kontext hilfreich sind. Auch im schulischen Alltag besteht häufig der Wunsch, Beobachtungen übersichtlich zu dokumentieren und Entwicklungen über einen längeren Zeitraum sichtbar zu machen.
Wir haben deswegen bewusst Bögen entwickelt, die sich unkompliziert einsetzen lassen und für verschiedene schulische Situationen nutzbar sind. Aktuell stehen Beobachtungsbögen zu den Bereichen Lern- und Arbeitsverhalten, Emotionalität sowie Sozialverhalten zur Verfügung.
Vom Eindruck zur Beobachtung
Im Schulalltag entstehen alltäglich viele Beobachtungen. Oft bleiben diese jedoch einzelne Eindrücke oder Momentaufnahmen.
Unsere Beobachtungsbögen helfen dabei, Beobachtungen anhand konkreter Kriterien zu erfassen und über mehrere Beobachtungszeitpunkte hinweg festzuhalten. Dadurch wird sichtbar, welche Verhaltensweisen regelmäßig auftreten, wo sich Entwicklungen zeigen und in welchen Bereichen weiterhin Unterstützungsbedarf besteht.
Gleichzeitig schaffen die Bögen eine gemeinsame Grundlage für pädagogische Entscheidungen. Statt ausschließlich auf Erinnerungen oder einzelne Situationen zurückzugreifen, können Beobachtungen systematisch dokumentiert und bei Bedarf über einen längeren Zeitraum betrachtet werden.

Mehrere Perspektiven – ein umfassenderes Bild
Kinder verhalten sich nicht in jeder Situation gleich. Während eine Klassenleitung bestimmte Beobachtungen macht, erleben Fachlehrkräfte, sonderpädagogische Lehrkräfte oder weitere beteiligte Personen das Kind oft in ganz anderen Kontexten.
Die Beobachtungsbögen sind deshalb bewusst so gestaltet, dass sie von verschiedenen Personen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten genutzt werden können. Die Einschätzungen ergänzen sich und ermöglichen einen differenzierten Blick auf die Entwicklung eines Kindes.
Gerade bei Fragestellungen rund um Lernverhalten, Emotionalität oder Sozialverhalten zeigt sich häufig, wie wertvoll unterschiedliche Perspektiven sein können. Was in einer Situation auffällig erscheint, kann sich durch weitere Beobachtungen bestätigen, relativieren oder genauer einordnen lassen.
So entsteht ein Bild, das nicht auf einzelnen Momentaufnahmen, sondern auf vielfältigen Beobachtungen basiert. Gleichzeitig bieten die Bögen eine hilfreiche Grundlage für Förderkonferenzen, Fallbesprechungen und den Austausch im multiprofessionellen Team, da Beobachtungen transparent und nachvollziehbar zusammengetragen werden können.
Von der Beobachtung zur Förderung
Beobachtungen zu dokumentieren ist das eine. Daraus passende Förderziele und Maßnahmen abzuleiten, das andere. Genau an dieser Stelle greifen die Beobachtungsbögen und der Lernentwicklungsassistent sinnvoll ineinander.
Während die Beobachtungsbögen helfen, Beobachtungen strukturiert zu sammeln und zu dokumentieren, unterstützt der Lernentwicklungsassistent dabei, daraus konkrete Förderziele und Maßnahmen abzuleiten.
Die Beobachtungsbögen orientieren sich an denselben Entwicklungsbereichen wie der Lernentwicklungsassistent und greifen dessen Formulierungen auf. Dadurch lassen sich Beobachtungen besonders einfach in die Förderplanung übertragen. Die Beobachtungen aus den Bereichen Lern- und Arbeitsverhalten, Emotionalität und Sozialverhalten können somit direkt in die weitere Förderplanung einfließen.
So bauen Beobachtung und Förderplanung auf derselben Grundlage auf.

Kostenlos verfügbar
Die Beobachtungsbögen stehen euch direkt unter diesem Beitrag kostenlos zum Download zur Verfügung.
Und es gibt noch weitere gute Nachrichten: Seit kurzem ist auch der Lernentwicklungsassistent kostenlos nutzbar. Gleichzeitig wurde die Verknüpfung von Diagnostik und Förderplanung weiter ausgebaut. Nach der Auswertung von Diagnostikverfahren wie z.B. dem PLT oder der LRP könnt ihr nun sofort konkrete Vorschläge für die weitere Förderung erhalten und mit einem Klick direkt in einen Förderplan übernehmen.
So greifen Beobachtung, Diagnostik und Förderplanung ab sofort noch enger ineinander – mit dem Ziel, Förderprozesse einfacher, fundierter und alltagstauglicher zu gestalten.
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