Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Naturschutz für den Löwenzahn

Naturschutz geht uns alle an. Löwenzahn, Biene, Regenwurm und Apfelblüte sie alle gehören zur Natur. Wir Menschen sind Lebewesen. Wie alle Lebewesen gehören auch wir zur Natur und brauchen sie zum Leben. Deshalb müssen wir sie besonders schützen. Gut, wenn wir deshalb schon die Grundschüler dafür sensibilisieren und sie auf die kleinen Naturwunder im Schulgarten und auf dem Pausenhof aufmerksam machen und selbst aktiv werden. Wir helfen mit kleinen Dingen, die Natur zu bewahren.

Naturschutz fängt im Schulgarten an

Es ist Frühling und die Schultage und Schulstunden sind nun draußen oftmals viel spannender und entdeckungsreicher. Vielleicht habt ihr einen Schulgarten und Hochbeete, wenn nicht, dann habt ihr sicherlich einen Pausenhof, eine kleine Wiese oder einen Park in der Nähe. Macht einen Ausflug mit euren Schülerinnen und Schülern und geht auf Entdeckungstour. Die Freude zum Lernen ins Freie zu gehen, wird riesig sein – versprochen.

Beginnt die Tour mit der Frage: „Wo finden wir im Schulgarten/ Pausenhof/ Park Naturschutz?“. Lasst die Kinder für einige Zeit ausschwärmen und entdecken. Sie können so auch ihr Vorwissen aktivieren und in der anschließenden Auswertungsrunde all ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit einfließen lassen.
Ihr werdet staunen, was die Kinder alles von ihrer Entdeckungsreise zu erzählen haben.

Obstbaumwiese, Ziegelmauer, Steinhaufen, wilde Ecken, Bienenhotel, Komposthaufen, Kräuterspirale, Wildblumenwiese, Sandarium, Totholzhaufen, Benjeshecke, Teich, Bach, Steinmauer und Nistkästen. Das alles fanden Schüler und Schülerinnen in unserem Schul- und Naturlerngarten.

Nach diesem Naturschutz-Blitzlichtgewitter stellte sich die Frage, warum all dies dem Naturschutz dient. Hier konnten alle Lernenden umfangreich ihr Wissen beitragen und gleichzeitig begründen, warum dies zum Naturschutz beiträgt. Schutz für Tiere und Insekten, Nahrungsquelle für alle Lebewesen, Behausungen, Nistplätze und Lebensraum, Unterschlupf und Artenvielfalt, Lebensqualität für Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig reflektierten sie über negative Beispiele wie weggeworfener Müll, Überdüngung und Einsatz von Pestiziden, zu viele Parkplätze, Wasserverschwendung und Unachtsamkeit. Jeder hatte etwas zu sagen. Gleichzeitig bietet es sich an über Biodiversität und Artenschutz und Vielfalt zu sprechen. Die Vielfalt ist es, die den Wildtieren guttut. Dazu gehört der Löwenzahn.

Bild eines Löwenzahns mit einer Pusteblume auf einer Wiese

Mit einem Rätsel ist die Überleitung zur Fragestellung, warum und ob der Löwenzahn Naturschutz braucht, kinderleicht. Alternativ zum Rätsel lassen sich laminierte Kärtchen mit dem Anfangsbuchstaben für das Wort „Löwenzahn“ austeilen und die Schüler und Schülerinnen sollen das Wort gemeinsam durch das Zusammenpuzzeln herausfinden.

Löwenzahn – Unkraut oder doch ein echter Allrounder?

Bild eines Akrostichons auf einer Wiese

Die Kinder werden ganz schnell erraten, dass es sich um den Löwenzahn handelt.

Hier bietet sich zunächst die Frage an, ob sie ihn als wichtige Pflanze oder eher als Unkraut wahrnehmen, denn viele Menschen achten den Löwenzahn nicht. Vermutlich werden viele Kinder erzählen, dass es sich um Unkraut handelt und dies auch Beispiele erklären. Die Pusteblume kennen und lieben sie alle, hier sind leuchtende Kinderaugen bei den Erzählungen garantiert. Wenn schon Pusteblumen zu finden sind, dann ist es eine tolle Aktion, so viele Pusteblumen wie möglich gemeinsam fliegen und sich somit verbreiten zu lassen. So tragt ihr als Lerngruppe aktiv zum Naturschutz bei.

Mit den Rätselbuchstaben lässt sich ein Akrostichon bilden und gleichzeitig sehr gut erklären, warum der Löwenzahn so wichtig ist. Hierzu einfach gelbe Streifen laminieren und abwischbare Stifte mitnehmen, damit ihr eure Schülerinnen und Schüler aktiv beteiligen könnt. Alternativ habt ihr bereits vorbereitete Streifen dabei, um den Einstieg leichter zu machen und die Lernenden zu ermutigen, selbst Ideen beizutragen. Auch Impulsfragen wie:

  • Wo wächst der Löwenzahn?
  • Wer frisst den Löwenzahn?
  • Welche Farbe hat er?
  • Duftet er?
  • Warum landen Bienen auf dem Löwenzahn?
  • Mag der Schmetterling den Löwenzahn und wenn ja, warum?
  • Können wir Menschen den Löwenzahn essen? usw.

können helfen, die Kinder zu den Antworten hinzuleiten. Für das Akrostichon können sowohl einzelne Schlagwörter, als auch Wortgruppen verwendet werden.

Bild eines Akrostichons auf einer Wiese

Die Löwenzahnbiene

Bild einer gebastelten Biene mit Löwenzahn

Die Lernenden erfahren dadurch, dass der Löwenzahn ein echter Allrounder und kein Unkraut ist und das er in jedem Fall geschützt werden sollte durch bspw. einen mähfreien Mai im Schulgarten.

Er wächst schnell und ist vielseitig, denn er kann an vielen Orten leben – am Wegesrand, in der kleinsten Ritze, in der dunkelsten Ecke, auf einer Wiese. Sein leuchtendes Gelb ist Signalfarbe und schnell sichtbar. Er ist ein Wildbienenretter, denn sein Nektar ist wertvoll. Auch viele Falterarten nutzen den Löwenzahn als Tankstelle. Wildtieren, wie Feldhase und Wildkaninchen ist er eine nährstoffreiche Nahrungs- und für Vögel eine wichtige Energiequelle. Kurzum: der Löwenzahn ist ökologisch besonders wertvoll und wir tun gut daran, ihn besonders zu schützen.

Da er im Frühling reichlich blüht und besonders in unserem Schulgarten einen großen Teppich ausbildet, erhielten die Kinder die Aufgabe, je eine Blüte zu pflücken. Sie sollten mit ihren Sinnen spüren, wie stabil der Stängel ist, wie die Blüte riecht und wie sie sich anfasst. Damit die Blüte noch einen weiteren Zweck erfüllt, legten die Kinder zunächst auf vorbereitete Bienen aus Pappe ihre Blüte. Diese Idee fand ich vor Jahren in einer Zeitschrift (Mein kleiner schöner Garten Nr. 03/2023 S. 62). Dies war die Überleitung, um unsere Bienentränke im Schulgarten zu aktivieren.

Alle suchten kleine Steine oder leere Schneckenhäuser. Anschließend legten wir diese und die Löwenzahnblüten von der Löwenzahnbiene in unsere große Schale und gossen Wasser aus unserer Regentonne auf. Gemeinsam mussten wir nicht lange warten und die erste Biene landete auf einer Blüte, um sich an der Tränke zu stärken. Auch damit haben wir aktiv zum Naturschutz beigetragen, indem wir eine Wasserversorgung für die Bienen aufgestellt haben. Das war ein tolles Erlebnis und viele begeisterte Kinder tauschten sich danach sehr aktiv dazu aus und hatten große Lust, am Nachmittag zu Hause sofort selbst aktiv zu werden und die Bienentränke auszuprobieren.

Bild einer Bienentränke mit Löwenzahn

Zum Abschluss gab es für die Schüler und Schülerinnen zur Ergebnissicherung ein Arbeitsblatt mit einem Akrostichon zum selber Schreiben, dem Kreislauf zum Löwenzahn und einem Suchsel, sowie ein Arbeitsblatt mit einem Ausmalbild.

So einfach kann Naturschutz sein. Bewirke Kleines im Großen. Probiert es aus. Für die Weiterarbeit empfehle ich euch mit den Kindern einen Löwenzahnsirup oder einen Salat zuzubereiten und/ oder zu kosten.

Ich wünsche euch dabei viel Vergnügen und jede Menge leuchtende und begeisterte Kinderaugen.

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Über die Autorin

Yvonne Beck

Berufliche Tätigkeit: Ich bin Grundschullehrerin an einer kleinen Schule im ländlichen Gebiet der schönen Oberlausitz und Autorin von Wege finden. Seit einigen Jahren gebe ich für den Klett-Verlag einmal im Jahr eine Fortbildung unter dem „Sternenhimmel“ in Herrnhut. Was mir privat Spaß macht: Kunst, Kultur und Reisen liebe ich genauso wie das Fotografieren, meinen grünen Daumen und den Pinsel über das Papier gleiten zu lassen, damit Wunderbares entstehen kann. Im Grünen und bei langen Wanderungen in Tirol oder auf Usedom lasse ich gern die Seele baumeln.

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