Das Kopfrechnen-Heftchen
Warum nutze ich das Kopfrechnen-Heftchen?
Etliche Kinder waren zwar schon am Ende des Matherads 1 angelangt, konnten jedoch die Aufgaben bis 20 nicht zügig im Kopf rechnen. Das empfinde ich als sehr problematisch. Auch wenn die anfänglichen Tipps und Rechentricks genial sind, um die Addition und Subtraktion zu verstehen, sollten die Kinder in meinen Augen die Aufgaben dann ohne auf die Tricks zurückzugreifen, lösen können. In den höheren Zahlenräumen empfinde ich es als schwierig, wenn die Kinder immer noch darüber nachdenken, welchen Rechentrick sie anwenden könnten, um 6 + 7 zu rechnen.
Aufbau des Kopfrechnenheftchens
Das Heft habe ich in 5 verschiedene Bereiche gegliedert:
- Addition bis 20 ohne Zehnerübergang (Abb. 1)
- Addition bis 20 mit Zehnerübergang (Abb. 2)
- Subtraktion bis 20 ohne Zehnerübergang (Abb. 3)
- Subtraktion bis 20 mit Zehnerübergang (Abb. 4)
- Addition und Subtraktion bis 20 mit Zehnerübergang (Abb. 5)
Wie setze ich das Heft im Unterricht ein?
Meine Kinder bekommen das Heft täglich zu Beginn der WP-Arbeit. Um die nötige Differenzierung zu gewährleisten, arbeitet jedes Kind in seinem Tempo.
Auch Kinder, die das Matherad 1 noch nicht beendet haben, sondern erst im gelben oder grünen Bereich arbeiten, können das Kopfrechnen-Heftchen lösen, da dieses ja mit der Addition bis 20 ohne Zehnerübergang beginnt. Ich stelle eine Uhr auf 2 min. In diesen 2 min rechnet jedes Kind die Anzahl an Aufgaben, die es schafft. Im Anschluss daran sammle ich die Hefte ein, korrigiere diese und markiere mit Datum, wie weit sie gekommen sind (Abb. 6). Am Ende der Woche gebe ich die Heftchen mit nach Hause, sodass die Eltern einen Überblick über den Lernstand ihrer Kinder bekommen. Den „Zeitdruck“ von 2 min nehme ich bewusst in Kauf, damit die Kinder lernen, unter Druck zu arbeiten bzw. zu rechnen. Anfangs ist dies für viele Schülerinnen und Schüler noch schwer, teilweise sind sie verängstigt. Ich erkläre ihnen aber, dass ich das tue, damit sie irgendwann keine Angst mehr haben und unter Druck arbeiten können. Das funktioniert sehr sehr gut.

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Abbildung 6
Kann ich das ganze eventuell auch benoten?
Wenn die Kinder in den Bereich Addition bis 20 mit Zehnerübergang gekommen sind, habe ich auch begonnen, ganze Seiten zu benoten. Das fanden meine Kinder dann auch toll, da sie auch schon darauf gewartet haben, wann es denn endlich die ersten Noten geben wird. Diese vielen kleinen Zensuren habe ich mir mit Bleistift notiert und daraus dann pro Themengebiet ( Add. o. ZÜ / Add. m. ZÜ / Subtr. o. ZÜ / Subtr. m. ZÜ / gemischtes Rechnen) jeweils eine „normale“ Note eingeschrieben.
Evaluation der Arbeit mit dem Kopfrechnen-Heftchen
Ich bin sehr begeistert von der Effektivität dieses Heftchens. Schon nach kurzer Zeit konnte ich Fortschritte in der Schnelligkeit des Rechnens spüren. Bei den Lernentwicklungsgesprächen, die bei uns im Januar mit den Kindern und den Eltern stattgefunden haben, konnte ich die Ergebnisse in den Heften sehr gut als Grundlage für das Besprechen der Mathethemen nutzen.
Tierkartenrechnen als schöne Alternative zum herkömmlichen Bankrutschen
Warum nutze ich das Spiel „Tierkartenrechnen“?
Das herkömmliche Bankrutschen war eine gute Möglichkeit, das Kopfrechnen auf spielerische Weise zu üben.
Meine Probleme dabei waren folgende:
- Es kommen immer nur die Kinder weiter, die sowieso schon gut und sehr gut im Kopfrechnen sind. Die „schwächeren“ Kinder haben keine Chance – das wissen sie auch.
- Beim Rechnen sind immer nur die Kinder konzentriert dabei, deren Bank gerade rechnen soll. Alle anderen Kinder (auch hier besonders die „schwächeren“) schalten ab und rechnen gar nicht mit.
- Es gewinnt immer ein einzelnes/maximal 2 Kind/er – und häufig auch hier immer wieder dieselben.
Ich muss den Kindern, die sowieso schon ihre Problemchen beim Rechnen haben, nicht auch noch beim Spielen zeigen, was sie nicht können. Und die starken Rechner wissen, dass sie gut sind, … was auch zu Höhenflügen führen kann.
Mit meinem Tierkartenspiel habe ich eine tolle Alternative gefunden, bei der alle Kinder gleichermaßen mitrechnen und dann als Team gewinnen können.
Beschreibung des Tierkartenspiels
Ich habe eine Kärtchengröße von 5,72 x 5,72 cm gewählt.
Anschließend habe ich verschiedene Tiere für die Karten ausgesucht. Wichtig dabei ist, dass jedes Tier 2-mal vorkommt. Bei 24 Kindern in meiner Klasse habe ich also 12 verschiedene Tierkarten, jede Karte 2-mal. Dabei haben die einen 12 Tierkarten einen pinkfarbenen Rand, die anderen 12 Tierkarten einen grünen Rand (Abb. 7 und 8). Es wird also dann 2 Teams geben: Ein pinkfarbenes Team und ein grünes Team.
Um einen Überblick über alle Tiere zu behalten, habe ich noch ein Übersichtskärtchen mit allen Tieren erstellt (Abb. 9). In den Downloaddateien findet ihr auch Blanko-Kärtchen, falls ihr noch Tiere (z.B. für eine größere Klasse) ergänzen wollt.

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Abbildung 7

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Abbildung 8

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Abbildung 9
Ablauf des Tierkartenspiels
Die Karten werden gemischt und jedes Kind bekommt eine Karte, die es sich anschaut, aber den anderen Kindern nicht verrät. Jetzt haben also immer 2 Kinder das gleiche Tier, nur eben eins mit pinkfarbenen und eins mit grünem Rahmen.
Ich stelle jetzt die erste Aufgabe und warte eine Weile, bis ich das erste Tier nenne. In dieser Zeit versuchen alle Kinder, die Aufgabe auszurechnen, da niemand weiß, welches Tier genannt werden wird. Nun rufe ich das erste Tier auf. Die beiden Kinder, die dieses Tier haben, dürfen ihr Ergebnis reinrufen. Das Kind, das als erstes das richtige Ergebnis nennt, bekommt für sein Team den Punkt.
Anschließend nenne ich die nächste Aufgabe und verfahre in gleicher Weise. Für jeden erreichten Punkt, bekommt das jeweilige Team an der Tafel einen Strich. Am Ende des Spiels kann ich dann sogar das Thema „Strichliste“ aufgreifen, um den Sieger zu ermitteln.
Somit gewinnt also immer ein Team – und nicht nur ein Kind.
Da die Karten für jedes Spiel neu gemischt und vergeben werden, sind auch die Gruppenzusammensetzungen immer wieder neu. Dadurch hat jedes Kind mal die Chance, im Gewinnerteam zu sein.
Wir haben zusätzlich auch die Regel: Wenn das Ergebnis vorgesagt wird, bekommt das gegnerische Team den Punkt.
Um zu wissen, welches Tier ich denn nun schon genannt habe und welches noch nicht, kommt meine kleine Übersichtskarte ins Spiel. Diese nutze ich, um mir zu markieren, welche Tiere schon gerechnet haben.
Differenzierung für die schwachen Kinder
Da es auch immer Kinder gibt, die noch nicht im entsprechenden Zahlenraum angekommen sind (bei mir arbeiten zum Beispiel immer noch Kinder im Bereich Addition ZR 10), achte ich beim Ausgeben der Karten darauf, dass die 4 Kinder 2 gleiche Tiere bekommen. Die Aufgaben für diese Kinder passe ich dann entsprechend an.
Zusammenfassung
Meine Kinder lieben dieses Spiel. Auch das nutze ich fast täglich für das Üben von Kopfrechenaufgaben. Gut finde ich daran auch, dass man das Spiel einmal herstellt, und dann aber für die verschiedenen Themengebiete nutzen kann: Zahlenraum bis 10, Zahlenraum bis 20, Zahlenraum bis 100 Addition und Subtraktion und auch für das kleine Einmaleins.
Ich hoffe, ich konnte euch für diese 2 Möglichkeiten des Übens vom Kopfrechnen begeistern und würde mich freuen, wenn auch ihr diese Varianten mal in eurem Unterricht ausprobieren würdet. 😊
Es grüßt euch ganz lieb













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