Was das mathematische Herz begehrt
Ihr wollt eure müde Klasse mal wieder mit einem Spiel für Mathematik – begeistern? Ihr wollt, dass alle Kinder Spaß haben und ganz nebenbei ihre mathematischen Fähigkeiten verbessern, ohne dass sie es selbst merken? Ihr wollt Partnerarbeit, sozialen Austausch und Zusammenarbeit fördern? Dann ist das folgende Spiel „Summen legen“ genau das Richtige.
Mathematisch gesehen üben eure Kinder die schriftliche Addition und deren Verständnis. Nebenbei entwickeln sie ihr Stellenwertverständnis, sowie ihre Größenvorstellung weiter, trainieren das Überschlagen. Sie erlangen Einsichten in stochastische Strukturen. Sie kommunizieren und argumentieren, reflektieren Spielstände und Spielzüge mit ihren Partnern und in der Großgruppe, also die perfekte Mathestunde.
Ich habe es sowohl mit meinen Klassen als auch in der Förderung ausprobiert und überall begeisterte Kinder erlebt, die Freude an Mathematik hatten.
Wenig Vorbereitung
Jetzt muss ich noch schnell erklären, wie ihr das alles schafft, nämlich mit minimalem Aufwand eurerseits. Ihr braucht lediglich zwei Päckchen Ziffernkarten von 0–9, Folienstifte und einen laminierten Spielplan (siehe Kopiervorlage). Nun müsst ihr euch noch verschiedene Spielregeln ausdenken, damit das Spiel auch längerfristig interessant bleibt.
Zwei Kinder spielen gegeneinander. Die zwei Päckchen Ziffernkarten werden gut gemischt und bilden einen Stapel, von dem die Kinder nun abwechselnd Karten ziehen. Jedes Kind bildet im Laufe des Spiels aus 6 Ziffernkarten eine 3-stellige Additionsaufgabe mit zwei Summanden. Nach jedem Ziehen überlegt das Kind, auf welchem der 6 Platzhalter seiner Spielfeldhälfte die gezogene Ziffer platziert werden soll. Wenn beide sechsmal gezogen und gelegt haben, werden die zwei entstandenen Additionsaufgaben gelöst und geschaut, wer entsprechend der gerade geltenden Regel diese Runde gewonnen hat. Oftmals können die Kinder durch Überschlagen während des Spiels schon sagen, wer gewonnen hat.

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Spielplan Addition
Los geht’s


Ich habe das Spiel eingeführt, indem ich im Sitzkreis gegen meine Klasse gespielt habe. Zu Beginn spielten wir mit der Regel „größte Summe gewinnt“, denn diese Regel ist sehr motivierend und zudem für die meisten Kinder am einfachsten zu durchschauen, um ihre Gewinnchancen zu verbessern. Da es sich größtenteils um ein Glücksspiel handelt, haben alle Kinder Spaß und die Chance zu gewinnen. Es gibt Kinder, die schon beim ersten Durchgang genau wissen, wie sie ablegen müssen, aber viele begreifen zum Beispiel den Einfluss beider Zehnerstellen erst nach und nach. In den Förderstunden habe ich durch lautes Denken beim Platzieren der Ziffernkarten, Vermutungen und Reflexionen angeregt. Mehrere Spielrunden – auch mit wechselnden Partnern – haben sich angeschlossen, bevor wir die Gewinnregeln änderten. In anderen Klassen sammelten wir verschiedene Gewinnregeln und anschließend entschieden die Kinder selbst, nach welcher Regel sie aktuell spielen wollten. Es gab allerdings die Bedingung, dass die Partner verschiedene Regeln ausprobieren mussten. Folgende Regeln habe ich vorgegeben: „Kleinste Summe gewinnt“, „Aufgabe mit meisten /wenigsten Überträgen gewinnt“, „Summe nahe an 500 gewinnt“. Die Regel „Summe nahe 500 gewinnt“ ist wohl die schwerste und verlangt eine gute Reflexion, denn es ist für viele nicht sofort ersichtlich, dass nicht automatisch der gewonnen hat, der eine 5 an die Hundertstelle gelegt hat.
Nicht bloß Spielen
Damit es nicht beim „bloßen Spielen“ bleibt, die Spielbegeisterung aber auch nicht durch ständige Unterbrechungen gestört wird, haben wir zu Beginn der nächsten Stunde mit Hilfe von Fotos auf der digitalen Tafel verschiedene Spielsituationen analysiert (siehe Anhang). Zum Beispiel: Kind A hat eine 4 auf der Hunderterstelle, Kind B hat eine 6 auf die Hundertstelle gelegt. Kann man bereits jetzt sagen, wer wahrscheinlich der Sieger ist bei der Spielregel „Summe nahe an 500 gewinnt“?
Vor Allem die Spielregel „Aufgabe mit den meisten Überträgen gewinnt“ förderte bei den Kindern im Förderunterricht entscheidende Einsichten zum einen zum Entstehen von Überträgen und zum anderen ins Stellenwertverständnis.


Nun bleibt mir nur noch, euch und euren Kindern viel Spaß beim Ausprobieren zu wünschen. Möge das Spiel beginnen.
PS: Fortsetzung findet das Spiel bei der schriftlichen Subtraktion. Dann mit den Ziffernkarten von 0–8 und einem etwas veränderten Spielplan (siehe Kopiervorlage).







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