Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Sprachsensibel unterrichten mit den Niko-Postern: Poster 1 „Miteinander lernen“

Liebe Niko-Fans,

ein Schuljahr ist um, die ersten großen Ferien liegen hinter uns. Nun sind die „kleinen“ Erstklässler schon im zweiten Schuljahr. Einige Kinder haben in den Ferien ein wenig schreiben und lesen geübt, andere Kinder scheinen „fast alles vergessen“ zu haben. Also fangen wir erst einmal langsam an und erinnern uns an die bekannten Regeln und Rituale aus dem ersten Schuljahr, bevor wir wieder richtig mit dem Schreiben und Lesen im Sprachbuch beginnen.

Mein Einstieg

Einen willkommenen Gesprächsanlass bietet uns das passende Poster zu Kapitel 1 „Miteinander lernen“, das ich an der magnetischen Tafel aufhänge. Die Schüler und Schülerinnen nehmen im Theaterkreis mit ihren Stühlen davor Platz. Zur Erinnerung ordnen wir gemeinsam um das Poster die Karten mit den Kindern der Niko-Klasse an (KV IVa/b). Nicht alle Kinder haben die Namen noch präsent und wir haben einen neuen Schüler von einer anderen Schule dazubekommen. Zuerst gebe ich den Kindern die Gelegenheit, sich mit ihrem Sitznachbarn in Flüsterlautstärke über das Poster auszutauschen.

Nach einem akustischen Signal werden alle Kinder wieder still und ich hefte den Pfeil (KV I) auf das Poster oben, wo die Wäscheleine mit den Wünschen für das 2. Schuljahr hängt. Wir lesen abwechselnd die Wünsche der Niko-Klasse und anschließend unsere eigenen Wünsche, die wir am Ende von Klasse 1 auf Karteikarten gesammelt haben, vor: Mehr Sportunterricht, ein Fußballtor für die Pause, mehr Spiele spielen, mehr Fantasiereisen, einen Ausflug in den Zoo machen, …

Gesprächsregeln

Einige Kinder halten sich bei der Betrachtung des Posters nicht an unsere Melderegel und sprechen, ohne aufgerufen worden zu sein. Wie gut, dass die Gesprächsregeln auch auf dem Poster visualisiert sind. Wieder ein Anlass zum (Vor-)Lesen. Ein geübter Leser liest die Regeln auf dem Poster vor. Danach heften wir unsere Gesprächsregeln mit den passenden Piktogrammen neben das Poster und lesen sie gemeinsam vor. Die Kinder erinnern sich wieder.

Wortkarten

Damit sich die Kinder mit Deutsch als Zweitsprache bei der Erarbeitung des Posters einbringen und zugleich ihren Wortschatz erweitern können, sollen sie zunächst einzelne Wörter nennen, die sie auf dem Bild schon kennen. Außerdem bereiten wir auf diese Weise für alle Kinder den Inhalt des Sprachbuchkapitels „Nomen“ vorbegrifflich vor. Dazu nutzen wir die Wortkarten von KV 1.3, die ich laminiert, ausgeschnitten und mit einem Magnetstreifen versehen habe.

Die Kinder kommen abwechselnd an die Tafel und ordnen die Wortkarten den entsprechenden Gegenständen im Bild zu. Wir lesen Einzahl und Mehrzahl des Nomens vor. Anschließend erhalten die Kinder den Wortspeicher (KV 1.3) als Kopie zum späteren Abheften. Sie sollen sich zuvor jedoch in Partnerarbeit die Wörter vorlesen und ein kleines Bild auf die entsprechende Karte malen. So wird z. B. bei der ersten Wortkarte „der Tisch – die Tische“ mit Buntstiften ein kleiner Tisch auf die Karte gemalt. Die Kinder können sich dabei gegenseitig helfen.

Weiteres Download-Material zur Förderung

Neben dem Wortspeicher finden sich im Download-Material auch vorgefertigte Sätze passend zum Poster auf den KV 1.1a/b sowie 1.2a/b. Vor der Arbeit mit dem Poster werden die Wort- und Satzkarten ausgedruckt, laminiert und mit einem kleinen Magentstreifen versehen. Dann können die Kinder zu der Lupe oder dem Pfeil die entsprechende Wort- oder Satzkarte heraussuchen und an die Tafel heften.

Was wir gemeinsam mündlich auf unterschiedlichen sprachlichen Niveaustufen erarbeitet haben, können die Kinder anschließend auf den zwei differenzierten Arbeitsblättern KV 1.4 bzw. 1.5 passend zu jedem Poster noch einmal schriftlich festigen und vertiefen. Das zuvor entstandene Tafelbild ist für alle Kinder eine große Hilfe für die schriftliche Bearbeitung der differenzierten Arbeitsblätter. Ich habe beobachtet, dass z. B. Kinder mit Deutsch als Zweitsprache sich trauen, neben den einzelnen Wörtern auch kurze Sätze, die sie verstanden haben, aufzuschreiben. Aber auch leistungsstärkere Kinder nutzen das Tafelbild, um z. B. weitere Schreibanregungen zu erhalten oder ihre Rechtschreibung zu überprüfen und zu verbessern.

Wie habt ihr das Poster zu Kapitel 1 in euren Klassen eingesetzt?

Habt ihr noch weitere Ideen, wie man mit den Kindern nach den Sommerferien in das erste Kapitel einsteigen und das Thema Nomen vorbegrifflich vorbereiten kann?

Ich bin gespannt, wir ihr mit euren Klassen mit Niko gestartet seid.

Viel Erfolg mit unserem sprachsensiblen Poster-Material wünscht

Britta Seepe-Smit

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Einführung

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Über die Autorin

Britta Seepe-Smit

Berufliche Tätigkeit: Ich arbeite an einer Grundschule in Recklinghausen und als Fachleiterin für das Fach Deutsch am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Gelsenkirchen. Beide Tätigkeiten machen mir sehr viel Spaß: die Arbeit mit den Kindern an meiner Schule sowie mit den Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern an ihren Ausbildungsschulen und im Fachseminar. Es ist eine große Bereicherung, viele verschiedene Schulen besuchen zu können, interessante Einblicke in den Unterricht junger Lehrerinnen und Lehrer zu bekommen und verschiedenste Kinder kennenzulernen. Besonders gern bin ich im ersten Schuljahr, wenn die Kinder in ihrem individuellen Tempo das Schreiben und Lesen erlernen. In den höheren Klassen reizt mich das Schreiben von Texten und mit den Kindern darüber ins Gespräch zu kommen. Außerdem habe ich zu Hause eine riesige Bilderbuchsammlung, aus der ich den Kindern immer wieder gerne etwas vorlese. In den letzten beiden Jahren lag und liegt mir die sprachliche Förderung der Kinder am Herzen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind und Deutsch als Zweitsprache erwerben. Was mir privat Spaß macht: In meiner Freizeit halten mich meine beiden Söhne ordentlich auf Trab. Mein „großer“ Sohn besucht die zweite Klasse. Er spielt leidenschaftlich gern Basketball und Fußball und das überall: in unserem Keller, im Garten und in den jeweiligen Vereinen. Der „Kleine“ ist zwei Jahre alt, räumt mit Vorliebe alle Küchenschränke leer und kocht auf unserem Wohnzimmerteppich die tollsten Gerichte. Wenn abends zu Hause Ruhe einkehrt und die beiden Räuber schlafen, gehe ich zum Sport, nähe Mützen und Schals für die Kinder oder treffe mich mit Freunden.

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