Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

Unterwegs durch London mit Wimmelposter und Robotern

Let’s go to London …

Das Thema London ist ein sehr beliebtes Thema im Englischunterricht der Grundschule und ist in nahezu jedem Lehrwerk vertreten. Die Stadt ist weltbekannt und viele Kinder haben bereits assoziatives Vorwissen (King Charles, red double-decker bus, underground, tea time…), das aktiviert und erweitert werden kann. Immer wieder erlebe ich, wie sehr die Kinder das Thema London begeistert und wie vielen Kindern einige der berühmten Sehenswürdigkeiten aus Büchern und Filmen (Paddington, Harry Potter) bereits ein Begriff sind.

London gehört auch zu meinen Lieblingsreihen des Englischunterrichts! In diesem Blogbeitrag möchte ich euch vorstellen, wie ihr die London-Reihe mit informatischer Grundbildung verbinden könnt. Als kostenlosen Download findet ihr im Anhang das bunte London Grundschulposter in verschiedenen Ausführungen/Versionen.

Sightseeing

Einlassungen zur Reihe

Vielleicht habt ihr bereits Ideen und Materialien, wie ihr die Unterrichtseinheit zu London aufbauen könnt. Wenn ihr mit einem Lehrwerk arbeitet, verfügt ihr ohnehin über viele Audiodateien und passgenaues Bildmaterial. Ansonsten bieten sich für diese Reihe natürlich immer auch Realia oder der Einsatz von Picture Books an!

Das Thema London lässt sich durchaus mit weiteren Wortfeldern kombinieren und vertiefen, wie zum Beispiel Transport (bus, underground, taxi) oder Giving Directions (go straight, turn left). Letzteres passte sehr gut zum Vorwissen meiner Schülerinnen und Schüler und in meine fächerübergreifende Einheit. Neben der Schulung der kommunikativen und interkulturellen Kompetenzen, wollte ich dieses Mal gerne noch das Programmieren (die informatische Grundbildung) mit dieser Unterrichtsreihe vernetzen.

Das Thema „Coding“ liegt mir sehr am Herzen und ich hatte schon in einigen Blogbeiträgen euch die ein oder anderen Impulse und Ideen vorstellen dürfen:

Die Verzahnung von Coding mit der London-Reihe hatte ich dieses Frühjahr erstmalig ausprobiert. Inspiriert hatte mich der Beitrag von Dina Fidrich und das London-Wimmelposter, welches auf der Didacta am Klettstand auslag.

Da die Skizzierung einer detaillierten London-Reihe ein eigener Blogbeitrag, wenn nicht sogar eine Beitragsreihe wäre, möchte ich mich hier auf den Einsatz des Wimmelposters und das Programmieren beschränken.

Das London Wimmelposter

Das bunte Poster eignet sich ideal für den Englischunterricht der Grundschule! Es verfügt über sehr kindgerechte Illustrationen und klar erkennbare Sehenswürdigkeiten. Trotz des zunehmend digitalen unterstützten Unterrichts, liebe ich den Einsatz von Postern. Gerade Wimmelbilder/-poster lassen sich so differenziert einsetzen – von einfachem Wort und simplen Sätzen bis hin zu komplexeren Satzkonstruktionen – hier kann jedes Kind abgeholt werden. Insbesondere zu Beginn einer Reihe lässt sich hier das Hörverstehen und Sprechen gut schulen (What do you see? Let’s find & repeat!). Bestimmt fallen euch noch viele Einsatzmöglichkeiten ein! Ich nutze Poster gerne für die Erarbeitung im Kreis, eine digitale Variante an der Tafel ist natürlich auch möglich. Auch die Englischecke oder -wand kann durchs Poster bereichert werden.

London Wimmelposter

Zur Weiterarbeit mit dem Poster bzw. zur Schulung der informatischen Grundbildung hat der Ernst Klett Verlag für euch eine Poster-Version mit Planquadraten erstellt.

Der Einsatz von Planquadraten (mit Robotern) im Grundschulunterricht ist nämlich eine tolle Möglichkeit, spielerisch räumliches Denken, logisches Problemlösen und erste Programmierfähigkeiten zu fördern. Daher möchte ich euch eine unplugged und plugged Coding Variante vorstellen.

Vernetzung Englisch + Coding – Unplugged:

Die Arbeit mit Planquadraten ist den Kindern vielleicht aus dem Mathematik- oder Sachunterricht bekannt. Die erste Orientierung kann ganz analog – mit Spielfiguren – auf einem DIN A4 Ausdruck erfolgen, damit die Kinder das Prinzip des Gitternetzes verstehen.

Idealerweise mit Figürchen , die in eine Blickrichtung ausgerichtet sind. So lässt sich nämlich „go forward, turn left/right“ genauer verwenden, weil die Kinder sich in die Position der Figur hineinversetzen können und dies auch später besser auf die Roboter übertragen können. Diese können nämlich auch nicht seitwärts, rauf oder runter fahren, sondern nur über Befehle mit Drehungen nach links/rechts und im Fahrmodus vorwärts/rückwärts programmiert werden. Ein Beispiel dafür findet ihr in der Abbildung.

London Wimmelposter Figur Schildkröte

Dazu lassen sich nun noch haptische Programmierblöcke hinzufügen, so dass die Kinder in Partnerarbeit einen Code legen, um die Figur zu „programmieren“. Offline Coding nennt sich das oder Coding Unplugged! Es ist einfach umzusetzen und man benötigt keine Robotik-Einheit oder digitale Endgeräte. In meinen o.g. Blogbeiträgen bin ich auf das analoge Programmieren näher eingegangen. Klickt gerne mal rein!

Durch diese Vernetzung schulen die Kinder nicht nur ihre fremdsprachlichen Kompetenzen, sondern lernen auch mit Koordinaten zu arbeiten und schulen algorithmisches Denken. Außerdem wird die Sozialkompetenz der Kinder gefördert, da diese Lernaufgabe im Team gespielt wird (einer gibt die Befehle/legt den Code, der andere überprüft und läuft diese mit der Figur ab).

London, programmieren, Wimmelposer, Beispiel

Next Level – Plugged Coding:

Wem das nicht genügt, der kann sich in einem Copyshop das Planquadrat-Poster vergrößert ausdrucken lassen, auf dem dann die Lernroboter fahren können. Praktisch und robust bietet sich ein Ausdruck auf PVC-Folie an. Die kann man immer wieder verwenden und sie ist direkt einsatzbereit. Ein vergrößerter Ausdruck auf Papier ist jedoch natürlich günstiger.

Die erste Erarbeitung erfolgt ebenfalls über die analoge Vorgehensweise, so dass die Kinder mit dem London-Raster vertraut werden. In den nachfolgenden Englischstunden können dann die Roboter eingesetzt werden. An meiner Schule arbeiten wir mit Dash Robotern von Wonder Workshop. Diese Lernroboter sprechen mich bzw. uns und die Kinder sehr an, weil

  • sie sehr kindgerecht und motivierend sind.
  • sie über Apps mit visueller Blockprogrammierung programmiert werden.
  • sie auf Geräusche, Hindernisse und Licht reagieren.
  • sie über grundlegende Sprachfunktionen verfügen.

Meine Schülerinnen und Schüler hatten bereits unseren Roboter Grundkurs absolviert. Sie kannten also die Bedienweise des Lernroboters und das Programmieren mit der Blockly-App. Daher war es für mich leicht, die Arbeit mit dem Dash Roboter in den Englischunterricht zu integrieren und die Spracheinstellungen zu ändern, so dass die Befehlsblöcke in der App auf Englisch erschienen.

Die Kinder sollten im Team als Abschluss der Reihe eine Sightseeing-Tour mit dem Lernroboter durch London gestalten. Vorgabe meinerseits war, dass die Teams ihren Roboter zu mindestens 3 Sehenswürdigkeiten programmieren und der Roboter an jedem Stopp etwas über die jeweilige Attraktion berichtet. Beispiel:

Medienbildung, Informatik, Roboter

Welcome to London!
This is our first stop.
Here you can see Buckingham Palace.
The King lives here.

London, Guards, Buckingham Palace

Durch die Sprachfunktionen des Lernroboters war dies kein Problem. Die Kinder nehmen einfach passende Sätze als Audio in der dazugehörigen App auf und, die dann auf den Roboter übertragen wird. Dabei fährt der Roboter die Sehenswürdigkeiten auf dem vergrößerten London-Wimmelbild ab. Die Planquadrate geben mehr Orientierung und helfen den Kindern z.B. beim Abschätzen der Zentimeterangaben in der App. Das Üben sprachlicher Konstruktionen erfolgte vorweg mittels verschiedener Materialien und Methoden. An einem vergrößerten Poster-Ausdruck konnten bei mir immer zwei 2-Teams arbeiten, die sich auch gegenseitig präsentieren und Feedback geben konnten!

Der Einsatz der Lernroboter mit dem vergrößerten London-Poster-Ausdruck war ein voller Erfolg. So ließen sich sinnvoll fachliche Kompetenzen mit Medienkompetenz schulen! Vielleicht ist die Idee ja auch für euch interessant?

Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Spaß mit dem Poster!

Herzlichst
Vanessa

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Über die Autorin

Vanessa van Zoest

Berufliche Tätigkeit: Ich bin Grundschullehrerin in Köln und unterrichte an einer bilingualen Grundschule. Neben meinen Lieblingsfächern Deutsch und Englisch liegt mir vor allem das Thema Medienbildung am Herzen. Es begeistert mich, Kinder fit für die digitale Welt zu machen und ihnen Kompetenzen zu vermitteln, die sie nachhaltig stärken. Besonders gerne probiere ich Neues im Unterricht aus, gestalte flexible Lernumgebungen und widme mich gerne der Materialerstellung. Seit einigen Jahren schreibe ich regelmäßig für den Klett Grundschul-Blog und den Zebrafanclub, wo ich meine Erfahrungen und Ideen mit anderen Lehrkräften teile – ein Austausch, der mir sehr viel Freude bereitet. Außerdem bin ich auch auf Instagram (@miss_thiel) aktiv und nehme meine Community dort mit in meinen Lehrerinnenalltag, teile Einblicke in meine Unterrichtspraxis, zeige Materialien und manchmal auch Privates. Was mir privat Spaß macht: reichlich Sonne tanken, Reisen, Lesen, Yoga, Meditieren, Musikhören, auf Flohmärkten stöbern, Tennis spielen und natürlich Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen

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