Internet-Plätzchen?
Ein kleiner Ausflug in unseren Alltag: Jedes Mal, wenn wir im Internet unterwegs sind, begegnen uns Plätzchen, beziehungsweise sogenannte „Cookies“. Vereinfacht gesagt sind das kleine Textdateien, die den Website-Betreibenden dabei helfen, ihr Angebot auf unsere Vorlieben und Interessen zu personalisieren, indem das Verhalten der Websitebesuchenden beobachtet („getrackt“) und ausgewertet wird – Daten, die gerade im digitalen Zeitalter besondere Relevanz und Wert haben.
Aus Datenschutzgründen müssen die Betreibenden uns über ein Cookie-Banner nach unserer Einwilligung fragen. Geben wir diese nicht, dürfen keine Cookies gesetzt werden.
Für die jungen Internetuserinnen und -user ist es besonders wichtig, von Anfang an zu verstehen, wozu Cookies da sind und wie sie sich im Umgang mit diesen verhalten sollten – also welche Daten sie von sich preisgeben.
Cookies und Plätzchen im Unterricht
Cookies sind schon in der Grundschule und darüber hinaus ein wichtiges Unterrichtsthema, wenn es um das Verhalten der Kinder und Jugendlichen im Internet geht. Wenn wir nun wieder zurückkommen zum Begriff der Plätzchen, so können diese gerade in der Vorweihnachtszeit auch noch einen weiteren Unterrichtsimpuls geben: Als ganz einfache Möglichkeit, um die Grundlagen von Algorithmen und Programmierung zu verstehen.
Mit Plätzchen Algorithmen verstehen
Algorithmen sind, vereinfacht gesagt, Abfolgen von genau beschriebenen Handlungen, die ein Computer ausführt, um zu einem bestimmten Ergebnis zu kommen. Diesen Ansatz verfolgen auch Rezepte für Plätzchen. Ich möchte euch herzlich dazu einladen, ein bisschen Plätzchenduft in euren Unterricht zu bringen und gleichzeitig, wie nebenbei, euren Lernenden dabei zu helfen, grundlegende Begriffe der Informatik und Medienbildung zu verstehen.
Die jungen Bäckerinnen und Bäcker arbeiten das Rezept so ab, wie ein Computer oder Roboter einen Algorithmus abarbeitet. Ein Beispiel für einen solchen Plätzchen-Algorithmus findet ihr hier.
Unser Plätzchen-Algorithmus für euch
Was braucht ihr:
Für den Teig:
- 600 g Mehl
- 400 g Butter
- 180 g Zucker
- 2 Eier
- Zimt
Für die Füllung:
- Marmelade, Pflaumenmus, Schokocreme oder nach Belieben
Ihr braucht weiterhin:
- Mehl für die Arbeitsfläche
- Nudelholz, Teigrolle oder anderes Werkzeug zum Ausrollen des Teigs
- Backofen, Backblech, Backpapier und Kühlschrank
- Einen großen runden Ausstecher oder ein Glas, der Durchmesser sollte ungefähr 10 cm betragen
- Gabel, zwei kleine Löffel, eine große Schüssel
Der Plätzchen-Algorithmus
- Erwärmt die Butter leicht.
- Mischt alle Teigzutaten miteinander.
- Knetet den Teig und formt ihn zu einer Kugel.
- Bedeckt die Teigkugel mit Frischhaltefolie und stellt sie für eine Stunde in den Kühlschrank.
- Rollt den Teig aus.
- Stecht mit dem Ausstecher oder dem Rand des Glases Kreise aus und legt sie auf ein Backpapier.
- Setzt mithilfe der kleinen Löffel einen Klecks Marmelade, Mus, Schokocreme oder eine andere Füllung in die Mitte der ausgestochenen Kreise.
- Klappt die Kreise mittig zusammen. Sie sollten nun aussehen wie süße Ravioli bzw. Halbmonde mit dickem Bauch.
- Drückt den Rand erst mit den Fingern, dann mit der Gabel zusammen, damit die Füllung nicht herausläuft.
- Die ausgerollten Teigreste verknetet ihr und wiederholt Schritt 5 bis 9 so lange, bis der Teig aufgebraucht ist.
- Backt die Plätzchen bei 180 Grad Celsius (Umluft) für 10 bis 15 Minuten.
- Lasst die Plätzchen nun kurz abkühlen, damit sich niemand an der Füllung verbrennt.
Den Algorithmus findet ihr detaillierter auch unten als PDF zum Download. War der Algorithmus erfolgreich, so sollten nun viele leckere Plätzchen auf euch und eure kleinen Backroboter warten – lasst es euch schmecken und genießt die Vorweihnachtszeit!
Hintergrundinformationen für euren Unterricht
Einen einfachen Zugang zur Programmierung und zu Algorithmen findet ihr auch mit den Programmierblöcken. Weitere Informationen und Hintergründe sowie Unterrichtsideen zu den Themen Algorithmen, Informatik, Medienbildung und Cookies findet ihr in unserer Blogreihe mit Leitfaden, auf klett.de/informatik und natürlich in unseren Lehrwerken!
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