
Lesespurgeschichten sind eine besonders motivierende Form der Schulung des genauen Lesens. Liest man falsch, gelangt man nicht zum Ziel bzw. zur richtigen Lösung. Die Kinder müssen zuerst eine Lesepurgeschichte mit dem Lehrer im Klassenverband bearbeiten, sodass die Vorgehensweise verstanden wird. Haben die Kinder das erfasst, kann vielfach differenziert werden – jedes Kind bekommt einen Lesetext, der seiner Kompetenzstufe angepasst ist. Die Texte unterscheiden sich sowohl in der Textlänge, Wortwahl und auch Schriftgröße. Weiterhin können für die schwachen Leser die Schlüsselbegriffe noch dick gedruckt werden. Schnellen Lesern können dann noch Zusatzaufgaben angeboten werden, wie zum Beispiel Fragen zum Text.
Vorgehensweise
Doch nun zur Vorgehensweise. Die erste Lesepurgeschichte wird im Klassenverband gelöst, der Lehrer wählt den Schwierigkeitsgrad seiner Klasse entsprechend aus. Auf der digitalen Tafel wird ein Wimmelbild gezeigt. Die Schüler äußern sich zunächst und beschreiben es. An manchen Stellen befinden sich Zahlen, die sind dann für den Leseablauf entscheidend. Anschließend gibt es für alle Kinder eine Einführung in die zu lesende Geschichte. Dann folgt die Lesespurgeschichte. Begonnen wird bei dem ersten Satz. Durch genaues Lesen, finden die Kinder die Schlüsselwörter und den Hinweis, bei welcher Nummer (und natürlich an welcher Stelle auf dem Bild) weitergelesen wird. Auch hier gibt es nochmals verschiedene Möglichkeiten der Durchführung. Das Bild kann für jedes Kind kopiert werden, der Leseweg wird eingezeichnet. Eine weitere Variante ist, dass das Bild einmal an der digitalen Tafel präsentiert wird.
Hat das Kind die nächste Lesestelle gefunden, werden die Zahlen der zu lesenden Sätze unten auf die Striche nacheinander aufgeschrieben. Besonders motivierend ist, wenn in jedem Satz ein Buchstabe dick gedruckt ist und somit sich auch ein Lösungswort ergibt. Alternativ wird jeweils hinter dem Satz ein Buchstabe dazugeschrieben. Dies ist dann auch gleichzeitig eine Selbstkontrolle, ob man den Weg richtig gefunden hat. Hat man sich allerdings „verlesen“, landet man in der Sackgasse und muss zum letzten Satz zurück und nochmals genau lesen, wie und wo es weiter geht. Eine weitere Variationsmöglichkeit ist, dass man die Geschichte zerschneidet und die Kinder sich im Klassenzimmer zum jeweiligen nächsten Satz bewegen.

Dies sollte jeder Lehrer für sich entscheiden, ob der Arbeitsaufwand und auch die Unruhe im Klassenzimmer nicht zu hoch sind. Ich persönlich habe gute Erfahrungen damit gemacht, den Text als Ganzes anzubieten. Die Kinder können jederzeit vor an die Tafel und das Bild nochmals genauer anschauen. Am Sitzplatz unterstreichen Sie die Schlüsselwörter und Begriffe.
Meine Schülerinnen und Schüler sind sehr motiviert und freuen sich jedes Mal wieder, wenn wir eine Lesespurgeschichte machen. Jedes Kind kann mitmachen, da man diese Geschichten ja sehr gut differenzieren kann. Ich kann euch die Lesepurgeschichten nur empfehlen, die Kinder werden es euch danken. Und nun viel Spaß mit meiner Geschichte!

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