Grundschul-Blog
Gemeinsam Unterricht gestalten

10 Anoki Best Practice-Tipps & Tricks für den optimalen Einsatz im Unterricht

In meinem Online-Seminar „Anoki für alle Fälle“ habe ich meine Best Prac­tice-Tipps an euch weitergegeben.

Jetzt könnte man meinen:

„Was soll man da großartig besprechen?! Man wählt ein Anokiheft aus, bestellt es für alle und die Kinder arbeiten darin. Zack. Fertig“

Kann man so machen, aber ich habe für euch noch ein paar Tipps, wie ihr die Verwendung optimieren könnt!


Es gibt tatsächlich viele Möglichkeiten, wie ihr Anokihefte in euerem Unterricht bereichernd einsetzen könnt. ABER: Eine Möglichkeit zeige ich euch NICHT: Nämlich die Möglichkeit, dass die Kids einfach selbst entscheiden, wann, was und wie sie in ihrem Heftchen arbeiten. Also, ein Einsatz im Sinne von „Legt eure Anokihefte unter die Bank und wenn du mit einer Aufgabe vorher fertig bist, dann DARFST du darin arbeiten…“ oder „Guckt mal, ob ihr in eurem Anokiheft noch etwas zu arbeiten habt …“ Denn was passiert? Ja, du darfst jetzt gerne mal die Kids in deiner Klasse gedanklich durchgehen … Was passiert?

Diejenigen, die sowieso immer alles umsetzen, was die Lehrkraft scheinbar möchte, die werden dir das Anokiheft ratzifatzi, ordentlich und weitestgehend vollständig ausfüllen und haben nach kürzester Zeit eben KEIN Freiarbeitsmaterial mehr. Kannst du dir direkt eine neue Aufgabe überlegen.

Dann gibt es diejenigen, die gerade nicht intrinsisch motiviert sind, jedoch die Aufgabe gerne vom Tisch hätten, es könnte eventuell passieren, dass deshalb geschmuddelt wird. Das Heft ist dann voll, aber vermutlich weder sorgfältig, noch richtig bearbeitet. Das wird dir nicht gefallen.

Und dann gibt es die Kinder, die sehen das Heft. Sie sehen, wie andere Kinder direkt loslegen. Sie halten das Heft in ihren Händen und wissen jetzt schon: „Das schaffe ich NIE!“ Und was macht das in einem Kind? Und was macht das Kind jetzt? Das Kind wird für sich die einzig richtige Entscheidung treffen, die dich kolossal ärgern wird: Es wird das Heft unter die Bank legen. Ganz weit unten und viele Dinge darüber und hoffen, dass du es nicht bittest, darin zu arbeiten. Stufe 2:
In den Ranzen und dann irgendwo ablegen, wo man es leider nicht mehr findet.

Und zwischen diesen drei Fallbeispielen gibt es noch viele viele Abstufungen und Abwandlungen und individuelle Exemplare – das Ergebnis wird jedoch gleich bleiben. Warum erzähle ich das euch? Weil genau ICH das so mal gemacht habe, im guten Glauben, dass das schon jedes Kind so macht, wie ich es mir wünsche – ich habe schnell gelernt ?.


Tipp Nummer 1: Entscheide dich!

Möchtest du das Anokiheft über einen längeren Zeitraum begleitend einsetzen oder en-Blog in einem bestimmten Zeitraum? Beides ist möglich!
Wenn du das Anokiheft in einem Rutsch durcharbeiten lassen möchtest, achte darauf, dass die Kids „nach hinten raus“ noch genügend Motivation haben. Das
gelingt dir, wenn du z. B. einiges an Aufgaben als „Sternchen-Aufgabe“ deklarierst. Oder suche thematisch passende Learning-Apps (z. B. bei www.learningapps.org) heraus und klebe einen QR-Code, der zur Learning-App führt auf eine Seite im Anokiheft.

Möchtest du lieber immer mal wieder im Heft arbeiten? Dann habe ich hier einen Tipp für dich:

Tipp Nummer 2: Der Anoki-Pass

Wenn du Anokihefte über einen längeren Zeitraum einsetzen möchtest, ergeben sich daraus automatisch Portionen. Die solltest du vor dem Einsatz bereits
portionieren und dir überlegen, wann du diese einsetzen kannst. Du musst nicht aufeinanderfolgende Seiten als Portion zusammenfassen, das geht auch
wunderbar mit unterschiedlichen Bereichen im Heft, wenn diese z. B. thematisch zusammenpassen. Und dass du und die Kids dabei nicht Überblick verlieren: Fasse es doch in einem Pass zusammen, den du im Heft einkleben kannst. Den Anoki-Pass findest du als Download im Anschluss an den Beitrag.


Tipp Nummer 3: Korrigiere immer ein bisschen und warte nicht bis zum bitteren Ende

  1. Wenn du von Anfang an korrigierst, erledigen die Kids die Seiten automatisch sorgfältiger.
  2. Wenn du von Anfang an korrigierst, bekommst du automatisch ein Gespür, welcher Forder- und Förderbedarf beim Kind gefragt ist.
  3. Du trägst außerdem Berge direkt ab, bevor sie entstehen – weißt du eigentlich, aber ja, die Aufschieberitis siegt eben manchmal ?.

Beim Korrigieren helfen dir die kostenlosen Anoki-Lösungshefte. Und ja, die stehen auch findigen Kids zur Verfügung. Daraus könntest du eine Tugend machen!

Anoki liegt, liegend

Tipp Nummer 4: Richte ein digitalen Korrekturbüro ein

Man nehme eine digitale Pinnwand, z. B. kostenfrei von Taskcards oder auch von Fobizz. Bei beiden Anbietern erhaltet ihr DSVGO-konforme und kostenfreie Pinnwände, die aber jeweils auf eine bestimmte Anzahl limitiert sind. Also z. B. 3 kostenfreie Pinnwände pro Account, aber das reicht ja erstmal.
Eine Pinnwand als digitales Klassenzimmer, eine Pinnwand als Korrekturbüro und eine Pinnwand als Archiv, in die alle Einträge aus dem digitalen Klassenzimmer für die Verwendung in anderen Klassen archiviert werden.
Also. Digitales Korrekturbüro. Hier kannst du die Lösungshefte einfach ablegen. Und nein, dadurch sparst du dir nicht die Korrekturarbeit, du erleichterst sie dir nur. Nicht alle Kinder werden fein säuberlich ihre Ergebnisse vergleichen und entsprechend verbessern, aber vielleicht ein paar deiner Kids und das musst du dann nicht mehr korrigieren.
Den Zugang zum digitalen Korrekturbüro gibt es bei mir nur am Pult, nachdem ich einen Blick auf die erledigten Seiten erhaschen konnte.


Tipp Nummer 5: Mach mal Pause!

Themen wie Wörterbucharbeit finden sich in allen gängigen Lehrwerken ab Klasse 2. Meist zu Beginn des neuen Schuljahres gibt es dann dazu eine Einheit im Bereich richtig Schreiben. Mit Anoki Wörterbuch 1/2 bzw. Anoki Wörterbuch 3/4 könnt ihr nicht nur während dieser Einheit das Heft unterstützend einsetzen, sondern es im Schuljahr verteilt immer mal wieder portionieren. Nur so entwickeln die Kinder eine Routine im Umgang mit dem Wörterbuch und sie lernen spiralcurricular. Also, dass sich ihre persönliche Lernspirale immer wieder füllt und sie tiefer in die Thematik eindringen.

Tipp Nummer 6: Plane und variiere den zeitlichen Einsatz der Anokihefte

Du möchtest den Fortschritt im Anokiheft forcieren aber die Motivation der Kids aufrechterhalten? Manchmal reicht es schon, wenn du den Zeitpunkt der Arbeit im Anokiheft variierst. Zum Beispiel an einem Tag morgens im offenen Anfang, am nächsten Tag als Starter in der Deutschstunde, am nächsten Tag am Ende der Deutschstunde, am nächsten Tag wieder im offenen Anfang oder in der Freiarbeit … kleiner Unterschied, große Wirkung!


Tipp Nummer 7: Differenziere!

Differenzierung ist so wichtig! Und mit Anoki geht es auch ganz unauffällig. Verwende hierbei entweder den Anoki-Pass und individualisiere die Aufgaben für die Kinder qualitativ und quantitativ. Oder mach es dir noch einfacher. Nimm dir zwei verschieden farbige Stifte und kritzle einfach in die Übersicht der Anokihefte. Hier kann man auch Sterne an die Seitenzahlen anbringen, die den Kindern signalisieren, dass eine Aufgabe freiwillig ist. Dies nach dem Motto: „Das ist knifflig, aber ich traue dir das zu! Probier’ mal, ich glaube, das könnte dir echt liegen!“ —> Kind stolz, Mission erfüllt.

Tipp Nummer 8: Die Anschaffung

Es gibt die Anokihefte einzeln zu kaufen oder in praktischen, gemischten Paketen, z. B. Mathe und Deutsch kompakt in einem Paket. Nehmt euch die Zeit und schaut euch die Hefte gut an. Dann könnt ihr diese entweder als zusätzliche Anschaffung für die Eltern auf die Materialliste dazu schreiben oder bereits auf die Schulbuchliste notieren, dass es noch eine zusätzliche Anschaffung geben wird, für die einen Betrag X eingesammelt wird. So mache ich das immer. Und am ersten Elternabend stelle ich die Hefte vor.

Anoki Elternempfehlungsbögen


Tipp Nummer 9: Wiederhole mit Anoki

Wenn du das nächste Schuljahr planst, lass‘ dir am Ende des Schuljahres einen Puffer zur Wiederholung. Gerade in den Übergangsklassen 2 und 4 finde ich das
total wichtig. Spätestens ab Pfingsten sollte m. E. alles nochmals wiederholt und gefestigt werden. So lernen die Kinder spiralcurricular und können in der nächsten Klasse auf ihr Wissen zurückgreifen. Durch die kleinen Seiten der Hefte, kommt man beim Wiederholen super voran.
Hier eigenen sich besonders die Anoki Kompakt-Hefte.

Tipp Nummer 10: Anoki in Vertretungsstunden

Natürlich ist es völlig realitätsfern ein Anokiheft extra für etwaige Vertretungsstunden anzuschaffen. Aber: Ihr könnt in jedem Anokiheft, das die Kinder nutzen, eine Lernportion für solche Situationen reservieren. Plant das auch zu Beginn des Schuljahres ein. Eine Lernportion pro Heft für Halbjahr 1 und eine
„Notration“ für Halbjahr 2. Schreibt für diese Portion direkt einen Anoki-Pass und druckt diesen mit den Lösungen für die Seiten aus. In einem Ordner abgeheftet,
vom Pult aus greifbar – und eure KuK werden es euch danken. Die Kinder haben etwas Sinnvolles zu tun und können in schlechten Zeiten auch mal selbstständig
daran arbeiten. Und ihr habt den Druck los, in Krankheitsfällen noch schnell einen Plan B aus dem Hut zaubern zu müssen.

Das waren nun meine Best Prac­tice-Tipps. Denkt daran: Ihr seid Profis, ihr entscheidet, was für euren Unterricht sinnvoll, passend und arbeitserleichternd ist. Den Anoki-Pass könnt ihr euch als editierbare PDF herunterladen.


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Über die Autorin

Susanne Ruppert (Mrs.Rupäd)

E-Mailadresse: post@mrs-rupad.de Blog: www.mrs-rupad.de Berufliche Tätigkeit: Seit 2009 Jahren bin ich begeisterte Grundschullehrerin. Es freut mich, dass ich jeden Morgen wirklich gerne in die Schule gehe. Die Einbindung neuer Medien liegt mir genauso am Herzen, wie die Atelierarbeit, die ich immer in meinen Unterricht integriere. Seit 2020 schreibe ich als Autorin eigene Geschichten rund um das fiktive Städtchen Wunderburg. Natürlich habe ich seitdem nur noch wunderburgbare Klassen in der für mich schönsten (Zwerg)Schule der Welt übernommen und freue mich deshalb nun noch mehr über meinen Beruf. Was mir privat Spaß macht: Meine Freizeit und mein Beruf gehen oft einher. Die Erstellung neuer Materialien und die Verwirklichung neuer Ideen bereitet mir sehr viel Freude. Seit 2019 bin ich deshalb Autorin beim Matobe-Verlag. Gerne teile ich meine Erfahrungen mit anderen auf meinem Instagram-Account. Dort habe ich auch Carmen Daub kennengelernt, durch die ich wiederum hier auf diesem Blog gelandet bin. Faszinierend, wie man sich heutzutage als Lehrer vernetzen kann! Ganz neu dazu kommt nun auch mein eigener Blog! Schaut doch mal auf www.mrs-rupad.de vorbei! Mit meiner Familie lebe ich in der schönen Pfalz und genieße dort das Landleben inmitten von Garten, Schafen und Kinderglück.

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